Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Carleton“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 3 (1886), Seite 810
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Carleton. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 3, Seite 810. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Carleton (Version vom 19.04.2021)

[810] Carleton (spr. karlt’n), William, irländ. Schriftsteller, geb. 1798 zu Glogher in der Grafschaft Tyrone als der Sohn eines Landmanns, kam in seinem 17. Jahr in ein Erziehungsinstitut in Glaßlough, welchem ein ihm verwandter Priester vorstand, und blieb da zwei Jahre. Eine Pilgerreise nach Lough Dery, dem sogen. Fegfeuer des heil. Patrick, veranlaßte ihn zu seinem ersten litterarischen Versuch, worauf er sich nach Dublin begab. Hier lebte er bis 1848, wo er infolge der revolutionären Ereignisse auf mehrere Jahre nach Amerika ging; er starb 30. Jan. 1869 in Dublin. Seine in zahlreichen Auflagen erschienenen „Traits and stories of the Irish peasantry“ (Dublin 1830, 2 Bde.) erhielten durch Neuheit des Inhalts und Frische der Schreibart den Beifall der Kritik und des Publikums, ebenso eine Fortsetzung (1832). In seinem Roman „Fardorougha the miser“ (1839), der Geschichte eines armen Teufels, artet der Humor mitunter aus, der Charakter des Geizigen ist jedoch mit kräftigem Pinsel gezeichnet. Später gab C. eine Sammlung von Erzählungen (1841, 3 Bde.) heraus, von denen die launige Skizze „The misfortunes of Barney Branagon“ sogleich ein Liebling des Publikums wurde. Die Erzählung „Valentine M’Clutchy“ (1845, 3 Bde.) diente politischen u. religiösen Zwecken, da sie zur Beförderung der Agitation für Lostrennung Irlands und zur Verteidigung der katholischen Geistlichkeit bestimmt war. Später folgten: „Rody the rover“ (1846); „The black prophet“, ein erschütterndes Gemälde der irischen Hungersnot von 1846 (1847; deutsch von Gerstäcker, Leipz. 1848, 2 Bde.); „Red Hall“ (1852, 3 Bde.); „The clarionet“ (1854); „The evil eye“ (1860); „The double prophecy“ (1862) u. a. Nach seinem Tod erschienen noch: „The fair of Emyvale and the master and scholar tales“ (1870) und „Farm ballads“ (1873). C. erscheint in diesen meist tendenziös gefärbten Werken als Maler der irischen Volkssitte, der die Leiden und Freuden seiner Landsleute lebendig und wirkungsvoll darzustellen weiß.