Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Auskommen“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 2 (1885), Seite 117118
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Auskommen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 2, Seite 117–118. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Auskommen (Version vom 24.03.2022)

[117] Auskommen bezeichnet die wirtschaftliche Lage desjenigen, dessen Einkommen gerade zureicht, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Da letztere nicht feststehend, sondern je nach Standesangehörigkeit, Sitten, Gewohnheiten etc. verschieden sind, so ist auch der Begriff des Auskommens ein wandelbarer. Wird das Gleichgewicht zwischen Einkommen und Bedarf nicht erhalten, ist letzterer größer als ersteres, so entsteht Dürftigkeit, Armut, Mangel und Elend. Dürftig ist die Lage desjenigen, welcher seinen standesgemäßen Bedarf nicht vollständig zu decken vermag und gezwungen ist, den einen Lebenszweck zu gunsten des andern leiden zu lassen, etwa die äußere Würde auf Kosten des Haushaltsbudgets zu bevorzugen oder umgekehrt; arm ist derjenige, welcher fremder Hilfe bedarf, und zwar würden im Sinn einer geordneten Armenpflege hierher diejenigen gehören, welche nicht im stande sind, den Unterhalt zu beschaffen, der für Fristung der Existenz der untern Klassen erforderlich [118] ist. Fehlt diese Hilfe, so entsteht Mangel und Elend. Ist das Einkommen größer als der volkstümliche, der Standes- und Familienbedarf, so spricht man von Wohlstand. Und Überfluß ist dann vorhanden, wenn das Einkommen so groß ist, daß, um es zur Befriedigung eigner Bedürfnisse zu verwenden, die durch Vernunft und Sitte gezogenen Schranken schon überschritten werden müßten.