Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Antīqua“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 648
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Antīqua. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 648. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Ant%C4%ABqua (Version vom 22.11.2023)

[648] Antīqua, in der Buchdruckerei die im gewöhnlichen Leben als „lateinisch“ bezeichnete Schrift, wenn sie, gleich der deutschen Fraktur, gerade stehend, nicht liegend ist, in welch letzterm Fall sie Kursiv (s. d.) genannt wird. In der französischen Typographie wird sie Romain, in der englischen Roman type genannt. Zuerst eingeführt, resp. der Schreibweise der Römer nachgebildet und an Stelle der Mönchsschrift in der Buchdruckerkunst verwandt wurde sie von Nikolaus Jenson (s. d.), Schriftschneider und Buchdrucker zu Venedig, während Johannes von Spira (s. d.), sein Vorgänger daselbst, noch die semi-gotische Type verwandte. Aldus Manutius (s. d.) verbesserte die Antiquatype und ließ nach und nach 14 Grade derselben schneiden; das von ihm 1495 in A. gedruckte Buch „Bembus, de Aetna“ gilt heute noch als ein Meisterstück.