Allgemeines Deutsches Kommersbuch:301

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 600, 601
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Recht, und schwärmend durch die Nächte froh laut ju=bi=liert und
zecht. Will ei=ner sich er=drei=sten und nennt das et=wa
dumm, so mag er sich das lei=sten, wir kümmern uns nicht drum.

     2. Ein Hoch dem deutschen Mägdelein, das keusch und innig
denkt und schwärmend für den Bursch allein ein treues Herz ihm
schenkt! Will einer sich erkühnen und nennt das etwa dumm, muß er
die Kühnheit sühnen, wir schlagen uns darum.

     3. Ein Hoch dem deutschen Vaterland, das unser höchstes Gut,
wir weihn ihm schwärmend Herz und Hand, die Knochen und das
Blut! Will einer sich erfrechen und nennt das etwa dumm: nicht wert,
ihn abzustechen, haun wir ihn lahm und krumm.

Rudolf Hermanns.


          666.     Schöne Seelen.

     Singw.: Da streiten sich die Leut herum ec.

     1. Ein Kaufmann, der sich Schulze nennt, lebt in Berlin noch
heut; ein jedes Kind den Mann wohl kennt als fleißig und gescheut.
Um sechs sitzt er am Arbeitstisch, denn sein Geschäft ist groß, und
arbeit’t munter dann und frisch den Tag drauf los.

     2. Um siebn Uhr schließt er sein Comptoir, spitzt seine Feder
aus; dann holt er Hut und Stock hervor und steigt ins Kaffeehaus.
Dort trinkt er dann, es ist bekannt, sein 10 - 12 Glas Grog und kehrt
dann heim im größten Brand, wenn zwölf Uhr schlägt die Glock.

     3. Einst wollt er auch nach Hause gehn, es regnete gar sehr; man
konnt keine Hand vor Augen sehn, die Straß glich einem Meer. Als
er nun kam ans Trottoir der Friedrichstraßen Eck, da fiel Herr
Schulz, so lang er war, in tiefen, tiefen Dreck.

     4. Den selbgen Abend hatte auch gesoffen ohne End nach gutem
alten Burschenbrauch ein Hallischer Student. Als der nun so nach
[601] Hause schwebt und kommt an jene Eck, zum Unglück Schulz ein Bein
erhebt, -— plumps liegt auch der im Dreck!

     5. „Wer Donnerwetter, ist denn hier, an wen bin ich gerennt?
ich glaub, es liegt wer neben mir!“ ruft fluchend der Student. Herr
Schulze, ein erfahrner Mann, ruft: „„Sein Sie doch mal still; wat
jeht, mein Herr, denn Sie dat an, wat ick hier machen will.““

     6. „Wie heißt denn er mit seinem Brand?“ schreit toller der Student.
„„Ick werde Kofmann Schulz jenannt, en jedes Kind mir kennt.““
„Herr Schulze!“ nun der Studio rief, „das freut mich, leber Mann,
daß ich hier den Empfehlungsbrief gleich übergeben kann.“

     7. Nie kam wohl ein Empfehlungsbrief je besser in die Hand, beim
angeschwollnen Gossenstein, beim kolossalsten Brand. Doch hat der
Spaß erfreuet mich, als er mir ward bekannt, denn —- „schöne Seelen
finden sich zu Wasser und zu Land!“


          667.     Lob der edlen Musika.     (I. 84.)

     Rasch. Nach der ältern Binschgauerweise.

     1. Ein lust=ger Mu=si=kan=te mar=schier=te einst am
Nil, o tem-po-ra, o m-ores! da kroch aus dem
Was=ser ein gro=ßer Kro=ko=dil, o tem-po-ra, o
mo-res!
Der wollt ihn gar ver=schlucken, wer weiß, wie das ge=
schah? Juch=hei=ras=sas=sa, o tem-po-tem-po-ra! Ge=