Kurzgefaßte Einleitung in die heiligen Schriften (11. Auflage)

Textdaten
Autor: Ferdinand Wilhelm Weber, Martin Deinzer, Johannes Deinzer
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Titel: Kurzgefaßte Einleitung in die heiligen Schriften Alten und Neuen Testamentes
Untertitel: für höhere Schulen und gebildete Schriftleser. Zugleich ein Hilfsmittel für kursorische Schriftlektüre
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Auflage: 11
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Erscheinungsdatum: 1902
Verlag: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, Oskar Beck
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Erscheinungsort: München
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Quelle: Commons
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Dr. F. W. Webers
Kurzgefaßte Einleitung
in die heiligen Schriften
Alten und Neuen Testamentes
für höhere Schulen und gebildete Schriftleser.
Zugleich ein Hilfsmittel für kursorische Schriftlektüre.




In neuer Bearbeitung von
M. Deinzer, und J. Deinzer.
Konrektor Inspektor
an der Missionsanstalt Neuendettelsau.


Elfte Auflage
besorgt von
M. Deinzer,
Missionsinspektor.


München 1902
C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung
Oskar Beck.


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Alle Rechte vorbehalten.


C. H. Beck’sche Buchdruckerei in Nördlingen.


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Vorwort zur zehnten Auflage.

 Hiermit erscheint Dr. Webers Einleitung in die h. Schriften in zehnter Auflage. Auf Wunsch des Herrn Verlegers ist das 1863 zum erstenmal, 1891 zum neuntenmal erschienene Buch von den Unterzeichneten mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gegenwart einer Neubearbeitung unterzogen worden. Die Einleitung in das Alte Testament hat hiebei in apologetischem Interesse eine ziemliche Erweiterung erfahren; der theologische Standpunkt aber und die Gesamtauffassung ist dieselbe geblieben. Da das Buch von Anfang an, wie durch Bedürfnisse des Unterrichts veranlaßt, so auch zunächst für Unterrichtszwecke berechnet war, und da ihm dieser Charakter auch in der neuesten Auflage gewahrt bleiben sollte, so konnte in derselben nicht auf jede einzelne Aufstellung der Gegner, nicht auf alle von ihnen beigebrachten Beweisgründe eingegangen werden; doch ist das Wichtigste davon herausgehoben und einer genaueren Prüfung unterzogen worden. Es steht zwar zu hoffen, daß auf dem Gebiet der A.T.lichen Kritik die Reaktion gegen die dermalen herrschende Richtung nicht ausbleiben wird, wenn nur erst der Reiz der Neuheit geschwunden und mit der Länge der Zeit die narkotische Substanz in ihren durch und durch tendenziösen Produkten an Wirkungskraft eingebüßt haben wird; jene Richtung trägt ja selber zu dieser Ernüchterung insofern nach Kräften bei, als sie je länger je mehr die ihr Folgenden in ein förmliches Dornengestrüpp menschlicher Sondermeinungen hineinführt, das bei jedem Schritt vorwärts sich nur immer weiter in die Unendlichkeit ausdehnt. Gleichwohl aber erscheint zur Bekämpfung jener fälschlich sogenannten Wissenschaft eine ernstlichere und allgemeinere Anstrengung notwendig, als sie bisher wahrgenommen werden konnte. Möchte hierin bald eine Wendung zum Besseren eintreten und die bisherigen Vorkämpfer für die Echtheit der biblischen Schriften mehr Unterstützung und Nachfolge finden!

 In Uebereinstimmung mit der Grundanschauung des verdienten ursprünglichen Herausgebers, der vor allem dies zur Einleitung rechnete, daß man neben dem Verfasser, Anlaß und Zweck des Buches auch seinen Inhalt kennen lerne, sucht das vorliegende Werk auch in seiner neuesten Gestalt neben der Verteidigung der h. Schriften wider die Angriffe der Gegner zugleich tiefer in das Verständnis jener Urkunden| der A.T.lichen Religion einzuführen; es erhalten dadurch zugleich auch die apologetischen Ausführungen eine willkommene Verstärkung, indem es für die biblischen Schriften neben der Lebenserfahrung gewiß keine bessere Apologie gibt, als die immer tiefer eindringende Erkenntnis derselben.

 Der Neubearbeitung des Werkes liegt wesentlich zu Grunde das Kommentarwerk von Keil-Delitzsch (Leipzig, Dörffling und Franke) 1861–1889 und die Arbeiten der Erlanger theologischen Schule. Herrn Pfarrer Rupprecht fühlt sich der Bearbeiter des A.T.lichen Teils zu Dank verbunden, sowohl für die dargereichte Stärkung wider den Nimbus scheinbarer Wissenschaft als auch für den kräftigen Hinweis seiner Schriften auf die Wichtigkeit, welche gewissen gelegentlichen Aeußerungen des HErrn über das mosaische Gesetz bei der Entscheidung der Frage nach dem Autor desselben zukommt. Weiter hat der kurzgefaßte Kommentar zum A. (u. N.) Testament von Strack und Zöckler (München, C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung O. Beck 1894–96) zu mannigfacher Belehrung und Anregung gedient, und die Strack’sche Einleitung ins A. T. (München, Beck 1895) erwies sich als wertvolle Hilfe bei der Ausarbeitung des vorliegenden Buches, was alles mit gebührendem Dank anerkannt wird. Das weite Maß jedoch, in welchem die beiden letztgenannten Werke bei sonstigem Festhalten des gläubigen Standpunktes gleichwohl der modernen Kritik, allerdings nach Vorgang bedeutender Autoritäten, entgegenkommen, konnte nicht als in der Sache begründet erkannt werden. – Es sieht übrigens danach aus, als ob die Konsequenz der geschichtlichen Entwickelung den Gläubigen mehr und mehr die Unvereinbarkeit des Glaubens mit den Resultaten der modernen Kritik, soweit dieselbe die Echtheit und Authentizität der biblischen Bücher bestreitet, zum Bewußtsein bringen sollte; ein Umstand, der im Interesse voller Klärung der Lage mit Freuden zu begrüßen wäre.

 Für den neutestamentlichen Teil dieses Buches, dessen Bearbeitung der mitunterzeichnete Inspektor der hiesigen Missionsanstalt, J. Deinzer, übernommen bat, lag die Aufgabe insofern anders, als gegenwärtig das N. T. nicht entfernt in gleichem Maße wie das A. T. der Tummelplatz der negativen Kritik ist. Immerhin war auch er bemüht, am betreffenden Ort das nötige apologetische Material, sei es auch oft nur in Form von kurzen Bemerkungen, beizubringen. Als Hauptaufgabe erkannte er die Neubearbeitung der teilweise besserungsbedürftigen Inhaltsangaben der einzelnen biblischen Bücher des Neuen Testaments. Als exegetisches Hilfsmittel wurde hiezu vor allem das Kommentarwerk v. Hofmanns, daneben auch der kurzgefaßte Strack-Zöckler’sche Kommentar etc. benützt. Der Herausgeber würde sich freuen, wenn es ihm gelungen sein sollte, die Darlegung des| Inhalts und Gedankengangs der neutestamentlichen Schriften ihrem eigentlichen Zweck – eine summarische Exegese des Ganzen zu sein – um einen Schritt näher zu bringen und sie auch bibelforschenden Laien möglichst genießbar zu machen. Im übrigen gilt auch von dem neutestamentlichen Teil der Weber’schen Einleitung, daß der ursprüngliche Standpunkt unverrückt derselbe geblieben ist. Daß die Neubearbeitung in zweier Herausgeber Hände gelegt worden ist, hat seinen Grund lediglich in dem von beiden gefühlten Bedürfnis der Arbeitsteilung und wird der inneren Einheit des Ganzen sicher keinen Abbruch thun. Der HErr aber begleite das Buch, das in Kirche und Schule Ihm und Seiner Wahrheit schon seit langem dienen durfte, auch bei seinem zehnten Gang mit Seinem Segen.

 Neuendettelsau, den 9. Dezember 1896.

M. Deinzer und J. Deinzer. 


Vorwort zur elften Auflage.

 Mit einer gewissen Wehmut läßt der Unterzeichnete die elfte Auflage dieser Einleitung ausgehen. Ist ihm ja doch um diese Zeit vor fünf Jahren sein teurer Bruder, Führer und Vorgesetzter, der Mitherausgeber der Neubearbeitung des Weber’schen Buches von den Häupten genommen worden. Die Knechte gehen, der HErr bleibt. Doch läßt der HErr auch das Gedächtnis seiner Knechte und die Frucht treuer Arbeit bleiben, wir hoffen auch die Arbeit des Heimgegangenen an diesem Buch. Derselbe hat seiner Zeit das Neue Testament bearbeitet. Von seinen Anschauungen ist der Verfasser dieser Auflage nur in Wenigem als etwa in den Fragen nach dem Leserkreis des Hebräerbriefes oder nach dem Verfasser des Jakobusbriefes abgewichen. Im übrigen ist der N.T.liche Teil einer Prüfung an der Hand der mit Recht gerühmten Zahn’schen Einleitung unterzogen worden; doch konnten nicht alle Aufstellungen dieses Werkes angenommen werden, vielmehr fühlte sich der Verfasser des Oefteren auch zum Widerspruch aufgefordert. Das Werk selber jedoch wird auch von ihm als eine höchst dankenswerte Gabe anerkannt.

 Im A.T.lichen Teil ist wenig geändert. Korrektur haben beide Teile erfahren. – Möge das Buch auch in der neuesten Gestalt da, wo es im Gebrauch ist, willkommen sein und durch Gottes Gnade zur Förderung des Verständnisses der hl. Schrift und zum Segen gereichen auch in diesem Jahrhundert!

 Neuendettelsau, den 16. Januar 1902.

M. Deinzer, Missionsinspektor. 


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Inhalt.
Seite
Vorbemerkungen 1
Altes Testament.
Kap. 1. Entstehung und Geschichte des Alttestamentlichen Kanon 5
Kap. 2. Von der Grundsprache des A. Testaments 13
Kap. 3. Von der hebräischen Schrift und der Überlieferung des Textes 15
Kap. 4. Von den Übersetzungen 18
Kap. 5. Von der Auslegung des A. Testaments 22
 Erste Abteilung: Die historischen Bücher 23
1. Die Bücher Moses 23
2. Das Buch Josua 65
3. Das Buch der Richter 68
4. Das Buch Ruth 73
5. Die Bücher Samuels 74
6. Die Bücher der Könige 80
7. Die Bücher der Chronik, Esra und Nehemia 87
8. Das Buch Esther 99
 Zweite Abteilung: Die poetischen Bücher 102
1. Die hebräische Poesie 102
2. Das Buch Hiob 105
3. Der Psalter 110
4. Die Sprüche Salomos 123
5. Der Prediger Salomo 129
6. Das Hohelied 133
7. Die Klagelieder Jeremiä 136
 Dritte Abteilung: Die prophetischen Bücher 137
1. Allgemeines über die Prophetie 137
2. Das Buch des Jesaja 141
3. Das Buch des Jeremia 176
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4. Das Buch des Ezechiel 195
5. Das Buch Daniel 211
6. Obadja 227
7. Joel 229
8. Jona 232
9. Amos 235
10. Hosea 238
11. Micha 243
12. Nahum 247
13. Habakuk 249
14. Zephanja 251
15. Haggai 254
16. Sacharja 256
17. Maleachi 261
Anhang: Die Apokryphen des A. Testaments 264
Neues Testament.
Kap. 1. Von der Entstehung und der Geschichte des N.Tl. Kanon 267
Kap. 2. Von der Grundsprache des N. Testaments 272
Kap. 3. Von der Überlieferung des Textes 273
Kap. 4. Von den Übersetzungen des N. Testaments 276
Kap. 5. Von der Auslegung des N. Testaments 278
 Erste Abteilung: Die historischen Bücher 279
A. Die Evangelien 279
A. Allgemeines 279
A. Das Evangelium nach Matthäus 282
A. Das Evangelium nach Markus 290
A. Das Evangelium nach Lukas 295
A. Das Evangelium nach Johannes 305
A. Synopt. Übersicht des Inhalts der vier Evangelien 312
B. Die Apostelgeschichte des Lukas 323
B. Übersicht der apostol. Geschichte 329
 Zweite Abteilung: Die apostolischen Briefe 330
A. Die Briefe des Paulus 330
A. Paulus, der Apostel der Heiden 330
 I. Die Briefe des Paulus aus der Zeit vor der Gefangenschaft 336
 Die Briefe an die Thessalonicher 336
 Der Brief an die Galater 340
 Die Briefe an die Korinther 345
 Der Brief an die Römer 357
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 II. Die Briefe des Paulus aus der ersten römischen Gefangenschaft 366
 Der Brief an die Epheser 367
 Der Brief an die Kolosser 371
 Der Brief an Philemon 374
 Der Brief an die Philipper 375
 III. Die Briefe des Paulus aus der Zeit zwischen der 1. und 2. Gefangenschaft und aus der 2. Gefangenschaft 378
 Der Brief an die Hebräer (?) 382
 Der erste Brief an Timotheus 389
 Der Brief an Titus 394
 Der zweite Brief an Timotheus 396
B. Die katholischen Briefe 400
B. Über den Namen und die kirchliche Überlieferung dieser Briefe 400
B. 1. Der Brief des Jakobus 402
B. 2. Die Briefe des Petrus. Petrus, der Verfasser derselben 407
 Erster Brief 407
 Zweiter Brief 411
B. 3. Der Brief des Judas 414
B. 4. Die Briefe des Johannes. Johannes, der Apostel, Verfasser derselben 416
 Erster Brief 417
 Zweiter Brief 420
 Dritter Brief 421
 Dritte Abteilung: Die Prophetie des Neuen Testaments 422
 Die Apokalypse 422