Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1888/28)

Textdaten
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Titel: Kleiner Briefkasten.
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aus: Die Gartenlaube, Heft 28, S. 468
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[484] F. in Frankfurt a. M. Witwe W. in Rauenthal theilt uns eine Anekdote aus dem Leben des seligen Kaisers Friedrich mit, welche einen neuen Beleg für seine volksfreundliche Jovialität giebt. Im Jahre 1872 sah sie den Kronprinzen und die Kronprinzessin in ihrem Hotel und bereitete den hohen Gästen ein Mittagessen. Der Kronprinz war bei heiterster Laune und lachte oft herzlich. Als zum Dessert als Mehlspeise eine große gutgerathene Omelette servirt wurde, sagte er: „Geht einmal, da kommt ein großer Landauflauf!“ Kurz vorher waren für das Speisezimmer die Bilder des Kaisers Wilhelm und des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in wohlgetroffenem Oeldruck ziemlich groß mit schönem breiten Goldrahmen angeschafft worden. Der Kronprinz stellte sich vor sein Bild, legte der Kellnerin, einem jungen hübschen Mädchen, echt Rauenthaler Berg, seine Hand auf die Schulter und sagte: „Da schauen Sie einmal, sehe ich denn dem da ähnlich?“ Settchen betrachtete die vor ihr stehende herrliche Männergestalt von oben bis unten, dann antwortete sie: „Herr Kronprinz, so gefallen Sie mir viel besser, als auf dem Bild; so sind Sie viel schöner.” Da wendete sich der Prinz heiter an seine Gemahlin und sagte: „Siehst Du, liebe Frau, daß ich den jungen Mädchen noch sehr gut gefalle!“ Diese Züge von Leutseligkeit und Herzensgüte bestätigen in hübscher Weise Ihre Auffassung des Charakters unseres verewigten Kaisers.