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Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1887/32)

Textdaten
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Autor:
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Titel: Kleiner Briefkasten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 32, S. 532
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[532] Touristen G. und Sch. in Hamburg. Sie wollen einen Ferienausflug in die Steierischen Alpen machen und wünschen von uns die Angabe einer handlichen und dauerhaften Karte, welche Ihnen als durchaus zuverlässiger Führer dienen kann. Als eine solche nennen wir Ihnen die „Karte der Steierischen Alpen und der Karawanken“, welche jüngst im Verlage der geographischen Anstalt von Ludwig Ravenstein in Frankfurt am Main erschienen ist. Diese Karte ist sorgfältig ausgeführt, übersichtlich und zuverlässig. – Uebrigens möchte vielen Touristen die Mittheilung willkommen sein, daß in demselben Verlage auch gleich vorzügliche Karten anderer Alpengebiete (Salzburger Alpen und Salzkammergut, Tiroler Alpen, Oesterreichische Alpen etc.) erschienen sind.

K. L. in B. Was ist für eine Innung geeigneter: eine Fahne oder ein Banner? lautet ihre Frage. – Das Banner (vom französischen bannière) war nicht von Tuch oder Leinwand wie die Fahne (welch letzteres uralte Wort, gothisch fana, die allgemeine Bedeutung von Tuch und Gewebe hat), sondern von Pergament, Leder, Blech oder dünnen Holzplättchen, daher steif, während die Fahne meist zusammengefaltet ist, wenn sie nicht vom Winde bewegt oder die Fahnenstange horizontal gestellt wird. Josua Maaler, Bürger zu Zürich, bezeichnet in seinem 1561 erschienenen deutschen Wörterbuche das „paner“ als „das oberst Fänle“, und dementsprechend wird im Grimm’schen Wörterbuche bemerkt, daß Banner nicht nur in der Bedeutung von Heerfahne gebraucht wird, sondern daß man es nach Maaler auch als Hauptheerfahne nehmen kann. Nach dieser Deutung würde sich für eine Innung allerdings eine Fahne besser denn ein Banner eignen und letzteres vielleicht für einen Bund, eine Vereinigung von Innungen am Platze sein. Die Grenze zwischen Fahne und Banner ist jedoch nicht sehr scharf gezogen, und heut zu Tage steht es vollends Jedem frei, sich für eine Banner oder für eine Fahne zu entscheiden. Es werden dabei lediglich persönlicher Geschmack, persönliche Liebhaberei, persönliche künstlerische Anschauung, vielleicht auch praktische Nützlichkeitsgründe, da man auf einem Banner z. B. fortwährend das angebrachte Bild sehen kann, ausschlaggebend sein.