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König Karl IV erklärt den wiedererschienenen Waldemar zum echten Erben der Mark Brandenburg

Textdaten
Autor: Karl IV.
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Titel: König Karl IV erklärt auf den Wahrspruch der in dieser Sache verordneten Schiedsrichter, darunter auch des Fürsten Albrecht II von Anhalt, den wiedererchienenen Waldemar zum echten Erben der Mark Brandenburg und ertheilt ihm die Belehnung mit letzterer
Untertitel:
aus: Codex diplomaticus Anhaltinus. Dritter Theil. 1301–1350. S. 590–591
Herausgeber: Otto von Heinemann
Auflage:
Entstehungsdatum: 2. Oktober 1348
Erscheinungsdatum: 1877
Verlag: Emil Barth
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Erscheinungsort: Dessau
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Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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[590] Wir Karl von Gots gnaden Romischer kůnig, ze allen zeiten merer des reichs und kunig ze Beheim veriehen und tun kunt offenlichen mit disem brief allen den, die in sehent, horent oder lesen: wann wir dem hochgeborn Rudolfe herezogen ze Sachsen,

des heiligen Roemischen reichs erczmarschalk, Rudolf dem iuengeren seinem suen, unseren lieben oeheimen und fuersten, Johansen herezogen ze Meckelbůrg, Albrehten graven ze Anhalt und fuersten ze Aschaye und den edeln Albrechten graven ze Můglink herren ze Barboy, Wernhern rittern von Anforde, Albrehten von Warbůrch und Fridrichen probst ze Perlein, unseren lieben getrewen, enpfolhen haben versuchůnge und erkentnuzse des hochgeborn Woldmars margrafen ze Brandenburch, des heiligen Roemischen reichs erezkamerer, unsers lieben swager und fuersten, der etliche in wol erkant haben, ee er von lande schiede, daz si sich umb in ervarn solten, ob ers wer, und uns des berichten solden, die sich an fuersten, herren, rittern und knehten und ouch gemeinen leůten, die den vorgenanten margraven vormals ouch erkant haben, gewisslich ervarn haben, daz ers sey, und uns des bericht und genczlichen underweiset haben, des haben wir [591] angesehen sein gerehtikeit, der wir sicher und an zweivel von den vorgenanten unserem fuersten und herren und andern edeln und gemeinen leůten, als vorgeschriben stet, und genczlichen underweiset sein, wann uns Got in sueliche wirde gesaczt hat mit seinen goetlichen gnaden, daz wir allermenclich des rechten beygesten suellen und in des gnediclichen helfen. Und darumb haben wir gelihen und verleihen dem vorgenanten marcgraven Woldemar und seinen erben und nachkomen die mark ze Brandenbůrch und ze Lantzsperg mit allen eren, wirden, rehten, nuczczen, herscheften und gůten gewonheiten und aller zůghehorůnge, und bey namen[1] mit der stimme und kůr, die ein margrafe ze Brandenbůrch hat an der wal eins Roemischen kunigs, und seczen in in gewalt und in gewer derselben marken in aller weis, als sein vorvarn, etwenne margraven ze Brandenbůrch, und ouch er selber, ee er davon schiede, derselben marken innegehabt und besezsen haben, und erfullen mit unserm kuniglichen gewalt alle gebrehen, der in den vorgenanten unsern lehen durch seins abwesens willen oder durch dheinerley andere sache gesein oder gewesen moechten, welherley der sei oder wi man in benennen mack, und geloben, daz wir den vorgenanten Woldemarn, margraven ze Brandenbůrch, bey denselben marken versprechen, beschirmen und behalten wellen wider allermenlich, nymant aueszenemen, die in daran hindern wolten, als ein Roemischer kunig sein und des reichs fuersten ze recht schirmen und versprechen sol. Wer aber daz ymant der vorgenanten margrafen Woldemarn, sein erben und nachkomen, margraven ze Brandenbůrch, an iren landen hindern woelt oder hindert in dheine weis, so geloben wir fuer ůns, unser erben und nachkomen, kunig ze Beheim, daz wir in wider dieselben iren widersachen und hinderer beholfen sein wellen mit guten trewen ane geverde. Und des seint gezewg: der erwirdig Arnest erczbischof ze Prage unser lieber fuerst, und die edeln lantherren ze Beheim Andres von der Důben, Bote von Turgowe, Tasse von Skorowe, Wanige von Wartenberg, Jesk von Michelsperg, Jesk von Wartenberg genant von Wessel, Hinck von Sleven, Jost von Rosenberch, Albrecht von Crenowicz und Fridrich von Byberstein, unser liben getrewen. Mit urchuent dicz briefs, der versigelt ist mit unserm kuniglichen insigel, der geben ist ze velde ze Heinristorf bey Můnchsperg, do man zalt nach Cristus gebůrt drieczenhundert iar und in dem achtenundvierczgisten iar, an dem nehsten donerstag nach santh Michahelis tag, in dem dritten iar unserer reiche.

Et ego Nicolaus decanus Olomucensis, aule regie cancellarius, vice et nomine reverendi in Christo patris domini Gerlaci archiepiscopi Maguntini, sacri imperii per Germaniam archicancellarii, recognovi[2].

(Johannes Noviforensis R.)[3]

Aus dem Original im Haus- und Staatsarchive zu Zerbst, mit dem an gelben und rothen, Seidenfäden hängenden, trefflich erhaltenen grossen Majestätssiegel des Ausstellers. — Gedr: Beekmann Beschreib. von Frankfurt 106; Lünig Reichsarchiv IX, part. spec. cont. II, Theil 2, Fortsetz. 232; Buchholtz Gesch. d. Churmark Brandenburg V. 73; Gercken cod. dipl. Brand. II. 578 (alle mehr oder minder incorrect); Klöden Waldemar III. 478—480; danach Riedel cod. dipl. Brand. II. 2. 217—218. Vergl. Böhmer regg. Karls IV. no. 764.

Anmerkungen

  1. Orig: nanem.
  2. Von anderer Hand und Tinte.
  3. desgl.