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Jeremias Gotthelf (Die Gartenlaube 1897/40)

Textdaten
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Autor:
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Titel: Jeremias Gotthelf
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aus: Die Gartenlaube, Heft 40, S. 676
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[676] Jeremias Gotthelf. (Mit Abbildung.) Am 4. Oktober begeht die Schweiz den hundertsten Geburtstag von Albert Bitzius, der unter dem Namen Jeremias Gotthelf zu den besten Volksschriftstellern zählt, welche die deutsche Litteratur mit Werken von Dauer bereichert haben. Er war zu Murten im Kanton Freiburg als Sohn

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Jeremias Gotthelf.

des dortigen deutschen Pfarrers geboren, ihn selbst brachte der gleiche Beruf ins Berner Land, wo er von 1831 an bis zu seinem am 12. Oktober 1854 erfolgten Tode der Pfarrei Lützelflüh im Emmenthal vorstand. Der warmherzige Anteil seines Gemüts für das Wohl und Wehe der Mitglieder seiner Gemeinde führte ihn zur thatkräftigen Teilnahme an den Kämpfen seiner Kantonsgenossen gegen das Familienregiment der Berner Aristokratie. Er machte ihn aber auch zum unerschrockenen Gewissensrat seiner Bauern in allen Nöten, die von ihren eigenen Schwächen herstammten, und der Trieb, als solcher in weitestem Umfang zu wirken, drückte ihm die Feder zu seinen ersten Erzählungen aus der bäuerlichen Welt des Emmenthals in die Hand. Er bediente sich dabei des Dialekts, den jene sprach, und einer unverblümten kräftigen Ausdrucksweise. Und er redete nicht nur seinen Bauern in ihrer Sprache ins Herz, um ihre Fehler zu bekämpfen und das Gute und Tüchtige in ihnen zu pflegen, er schilderte sie auch selber so echt und treu, als sähen sie sich im Spiegel, aber mit Augen, welche die Selbsterkenntnis geschärft hatte. Hierbei entfaltete Bitzius eine ursprüngliche echt poetische Gestaltungskraft, und so kam es, daß, während seine Schriften in der Heimat die beabsichtigte erzieherische Wirkung thaten, sie auch um ihrer poetische Eigenschaften willen weitum im Schweizer Lande, und bald auch in Deutschland, viele Bewunderer fanden. Mit solch frischer Unmittelbarkeit, mit so tiefer Kenntnis des echten bäuerlichen Wesens und der Schweizer Eigenart waren solche Dorfgeschichten noch nie geschrieben worden, und der starke sittliche Geist des Verfassers, der um der Wahrheit und des Guten willen so ungeschminkt die schlimmen Dinge beim rechten Namen nannte, weckte nicht mindere Sympathien. Als eine hochdeutsche Bearbeitung dieser Volkserzählungen, wie „Dursli, der Branntweinsäufer“, „Käthi, die Großmutter“, „Uli, der Knecht“, „Uli, der Pächter“, „Wie Anna Bäbi Jowäger haushaltet“ usw., dem allgemeinen Verständnis in Deutschland noch näher brachte, da gelangte sie bald auch bei uns zu der verdienten Volkstümlichkeit. Seiner ersten Schrift, „Der Bauernspiegel“, hatte er den Charakter einer „Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf“ gegeben, mit diesem Namen zeichnete er auch seine übrigen Schriften und als Jeremias Gotthelf wurde A. Bitzius berühmt. Als Pfarrherr von Lützelflüh führte er ein glückliches Familienleben, sein Sohn Albert, der gleichfalls Pfarrer wurde, gab eine Auswahl seiner besten kleineren Erzählungen („Elsi“, „Erdbeermareili“ usw.) heraus. Der illustrierten Nationalausgabe der ausgewählten Werke Gotthelfs (F. Zahns Verlag in La Chaux-de-Fonds) ist das Porträt des Dichters von A. Anker entnommen, welches wir untenstehend wiedergeben.