Textdaten
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Autor: Anton Lindner
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Titel: Hochzeitlich Lied
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 96
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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Hochzeitlich Lied.

Lass Akaziendüfte schaukeln,
Rosen durch die Fenster gaukeln,
Blütenfee – das bist nun du!
Deine buchenroten Locken

5
Läuten mir wie Märchenglocken,

Und die weiten Thäler locken …
Komm, mein Kind, wir zieh’n zur Ruh.

In das Land der blassen Farben
Zieh’n wir ein … und Purpurgarben

10
Fächeln stille Flammen zu;

Horch, schon zittern weiche Lieder,
Mond enthüllt sein Schneegfieder –
Fieberheiss die reifen Glieder,
Zieh’n wir, Hand in Hand, zur Ruh.

15
Leise Scham, so schüchtern gleitend,

Lichte Rosenflügel spreitend,
Deckt die Aeuglein, deckt dich zu;
Klingt’s im Park von Zymbeln, Zinken,
Will durchs Fenster Venus winken, –

20
Müssen Band und Seide sinken …

Komm, mein Kind, wir zieh’n zur Ruh.

Anton Lindner