Textdaten
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Autor: Theodor Fontane
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Titel: Hastingsfeld
Untertitel: 14. Oktober 1066 (Nach dem Alt-Englischen)
aus: Gedichte, Seite 113–114
Herausgeber:
Auflage: 10. Auflage
Entstehungsdatum: 1895
Erscheinungsdatum: 1905
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger
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Erscheinungsort: Stuttgart und Berlin
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Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[113]
Hastingsfeld.

14. Oktober 1066.[WS 1]
(Nach dem Alt-Englischen.)

     König Harald, Boten sandt’ er aus
An die Küste, die sollten erkunden,
Ob Herzog Wilhelm und sein Heer
Den Weg über’s Meer gefunden.

5
     Und am dritten Tag, der Nebel lag

Ueber’s Land in breiten Schichten,
Da waren die Boten wieder daheim
Und der Eine begann zu berichten:

     „Die Klippe von Hastings, wohl war sie steil,

10
Und das Meer, wohl hat es gebrandet,

Vergebens die Brandung, vergebens der Stein,
Herzog Wilhelm ist gelandet.

     „Seine Rüstung ist wie von Silber und Gold,
Sein Anlitz ist wie von Eisen, –

15
Aber sein Heer, dem schlottern die Knie,

Das wird fliehn und den Rücken uns weisen.

[114]
     „Seine Ritter sehn hohl und hager drein,

Wie in mönchisch Grübeln verloren,
Sie haben nicht Kinn- und nicht Backenbart,

20
Sind alle geschabt und geschoren.*)[VL 1]


     „Im ganzen Normannenlager giebt’s
Nur Beten und Messesingen,
Das ganze Heer ist ein Priesterheer
Und Du wirst es im Spiele bezwingen.“

25
     König Harald aber, er sah vor sich hin

In finstres Sinnen verloren,
Dann sprach er: „Ich weiß, sie fechten wie wir,
Obwohl sie geschabt und geschoren.“


  1. *) They were all shaven and shorn.

Anmerkungen (Wikisource)