Höchste Autorität

Textdaten
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Autor: Martha Cohn
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Titel: Höchste Autorität
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 181
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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Höchste Autorität.

Das Lieschen, unsres Nachbars Kind,
Ist klug wie selten Kinder sind;
Doch Sonntagsruh’ und Polizei,
Die waren ihr noch einerlei,

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Bis jüngst ereilt den Vater hat

Ein recht gestrenges Strafmandat,
Weil er verkauft so mancherlei
Am Sonntag, als zehn Uhr – vorbei. –
Nachdenklich steht zur Kirchenzeit

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Sie hinter den Gardinen heut’,

Die alle Waren streng verhüllt,
Auf dass die Sonntagsruh’ erfüllt.
Sie starrt auf einen grünen Baum,
Und ganz begeistert, wie im Traum,

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Fragt sie: »Sagt, wer lässt wachsen nur

Die Bäume draussen auf der Flur?«
»Der liebe Gott! mein liebes Kind!«
Doch Lieschen, ängstlich und geschwind,
Fragt weiter: »Ist’s beim Herrgott Brauch,

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Dass er’s lässt wachsen Sonntags auch?«

»Gewiss, mein Kind! Ganz ohne Frage,
Er lässt es wachsen alle Tage!«
Doch Lieschen lacht: »Wer Euch das glaubt!
Hat das der Schutzmann denn erlaubt?«

L. Marco.