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Grund-Riß der Vestung Carolus-Stadt oder Carolsburg

Textdaten
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Titel: Der rechte Geometrische Grund-Riß / Der von den Schweden im Hertzogthumb Bremen an der Weser neu-erbauten Vestung Carolus-Stadt oder Carolsburg / Und eigendliche Beschreibung/ was eine Zeithero mit derselben sich zugetragen / und wie sie endlich von den Alliirten zu der Ubergabe ist gezwungen worden.
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Erscheinungsdatum: 1676
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Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:681278T
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Weitere Flugschriften des 17. Jahrhunderts.
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Grund-Riß der Vestung Carolus-Stadt oder Carolsburg 23 681278T 001.jpg
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Editionsrichtlinien:
Der rechte Geometrische Grund-Riß /
Der von den Schweden im Hertzogthumb Bremen an der Weser neu-erbauten Vestung
Carolus-Stadt oder Carolsburg /
Und eigendliche Beschreibung / was eine Zeithero mit derselben sich zugetragen / und wie sie endlich
von den Alliirten zu der Ubergabe ist gezwungen worden.


Grund-Riß der Vestung Carolus-Stadt oder Carolsburg 23 681278T 001 Detail.jpg


Erklärung der verzeichneten Buchstaben:
A. Deß Commendanten Hauß. B. Die Hauptwacht. C. Weser-Thor. D. Ziegelbrennerey. E. Das alte Wachthauß auß der alten Schantze. F. Das Geest-Thor. G. Deß Proviantmeisters Hauß. H. Geest-Fluß. I. Geestendorf. K. Das Dorf Lehe.


CAROLUS-Stadt oder Carolsburg ist eine von der Cron Schweden im Hertzogthum Bremen Anno 1672. neu-erbaute Vestung / liegt 7. Meilen von Bremen an der Nordseiten deß Weserflusses / und 5. Meilen von der See. Sie ist von sonderlicher Consequentz und mit 9 realen Bollwercken zu vieler Benachbarten grosses Nachdencken alda angeleget worden: Dessen Angeber ist ein Frantzösischer Ingenieur / Namens Obr. Melle / welcher in der Fortification und Baukunst sehr erfahren und biß zu der Ubergab darinen das Commando gehabt und sich wohl gehalten. Sie ist zwar mit stattlichen Privilegien und Freyheiten / umb die dadurch in Auffnehmen zu bringen und Volckreich zu machen / begabet worden / hat aber wenig Einwohner / ohne was die starcke Guarnison betrifft / bekommen. Die Stadt Bremen hat diese Vestung immer mit schälen Augen angesehen / und vor einem ihrem Handel und Wohlfahrt sehr schädlichen Ohrt gehalten / auch deßwegen nicht allein selbst bey der Cron Schweden / sondern auch bey Ihr. Käyserl. Majest. durch eigene Abgesandten ihr Anliegen und Beschwerden des wegen vorgebracht / und das Werck in der Geburt zu ersticken sich müglichst angelegen seyn lassen: Allein wie wenig sie damit außgerichtet / ist hieraus abzunehmen / weil die Schweden mit gedachtem Fortifications Bau immer fortgefahren / und selbige so weit zur Perfection gebracht haben / daß sie auch wegen der situation und Orts Gelegenheit / als welcher an der einen seite mit dem Weser- und an den beyden andern seiten mit dem Geest-Fluß alß mit einem Arm umbgeben / und sonsten mit Morasten und sumpfftigen Ohrten / welches sie auch von Natur festmachet / versehen ist / für ein sehr considerabler Ort von jedweder Kriegs-erfahrnen gehalten wird / wie solches auch aus diesem beygefügten Abriß mit mehren zu ersehen. Wie nun das leidige Kriegsfeuer je mehr und mehr angeflammet und um sich gefressen / auch die Cron Schweden zu gleich vor ein Feind des Reichs erklähret worden / hat das Hertzogthum Brehmen dessen Wirckung mit empfinden müssen / indem 3000. Königl. Dänische / 12000 Münsterische / und etliche Tausend Lünebürgische gesampter Hand von allen Ecken das Stifft angefallen / und die Burg / Vehrden / Ottersberg / Rotenburg / Buxtehude und andere Vestungen und Schantzen den Schweden abgenommen Worzu noch über dem der Brandenburgische Admiral Symon de Bolsey mit einer in Holland außgerüsteten Flotte / starck 9 Krieges- und 10 Proviant- und andere Schiffe auff der Weser vor Carolsburg angekommen / und hat alsofort im Nahmen seines Chur-Fürsten durch ein Schrifftliches Billet den Ohrt auffordern / und weil der Commendant sich dazu icht bequämen wollen / mit Stücken etliche Tage lang ohnauffhörlich von der Wasserseiten auff ihre Wercke Cononiren / Bresse schiessen / und nachgehends einige 100. Mann an das Land setzen lassen / wozu einige Dänische Völcker stossen und also zu Lande den Orth auch attaquiren sollten. Es setzte aber damahls gute Stösse / indem die aus Carolsburg mit 3. kleinen Stücklein auf die gelandeten einen Außfall thäten / die aber dermassen empfangen wurden / daß sie mit zimblichen Verlust an Volck und die obgenandten Stücke wieder zurück kehren musten. Wie aber des folgenden Tages etliche Compagnien Reüter und Dragoner auß Stade in Carolsburg eingekommen / und gedachte Holländische Brandenburger solches durch einen Gefangenen und daß sie des andern Tages abermahl einen starcken Außfall thun wolten / verständiget worden / haben sie sich in der Nacht aus ihren Verschantzungen wieder nach den Schiffen begeben wollen / sie sind aber von den gleich außfallenden Reütern und Dragonern dergestalt übereylet / daß der mehrentheil / ohne was mit den Chalouppen noch zu den Schiffen kommen und sonsten im Lande Würsten sich mit der Flucht salviret / caputiret und gefangen worden. Diesemnach haben sie denen auß dem Oldenbürg. ins Land Wörden gekommenen Dän. Völckern auch eines versetzet / selbige zerstreüet und gleichfals viel gefangen genommen / gestalt sie in diesen beeden Scharmützeln über 600. gefangen bekommen. Dieses verruckte ihnen den Compas dermassen / daß der Ohrt wieder verlassen wurde / und die Krieges-Schiffe sich theils nach der Ost-See theils aber nach der Elbe begaben. Wie aber die übrigen Vestungen im Stifft außer Stade und Carolsburg von den gesampten hohen Alliirten occupiret / wurde unter sie berahtschlaget / was weiter fürzunehmen / dabey es dann das Ansehen gewonnen / daß Stade mit allem Ernst belagert werden sollte: Allein weil die bequäme Zeit bereits sehr verloffen / die Völcker zimlich abgemattet / und die Besatzung in Stade nicht allein sehr starck und mit guten versuchten Officirern versehen / sondern sich auch zur müglichsten Defension aufs beste gefast machten / alß wurde dieses Vorhaben rückstellig / und resolvieret / Stade biß auffs Vorjahr zu erspahren / entzwischen aber Carolsburg den Winter über mit etliche Tausenden einzusperren und zu blocquiren / umb dadurch ihnen nicht allein das Außstreiffen zu verwehren sondern auch durch Abschneidung aller Zufuhr und Correspondentz sie zu der Ubergabe zu nötigen. Welches dann auch dergestalt gelungen / daß der Commendant wegen vielen ermanglenden Sachen und Hoffnung Succursses sich mit den Alliirten in Accord einzulassen / und selbigen die Vestung zu übergeben gezwungen worden / gestalt auch der Accord den 28 Decembr. 1675 geschlossen und gezeichnet worden.