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Textdaten
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Autor: Wilhelm Busch
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Titel: Florentine und der Teufel
Untertitel:
aus: Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime. S. 129-130
Herausgeber: Otto Nöldeke
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1910
Verlag: Lothar Joachim
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Erscheinungsort: München
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[129]
34.

Es ist einmal ein wunderschönes Mädchen gewesen, eines Königs Tochter, mit Namen Florentine; das war aber so schrecklich stolz, daß es Gottes Erdboden nicht betreten wollte, darum mußte es immer getragen oder in der Kutsche gefahren werden. Alle Freier, die sich um die Hand der schönen Florentine bewarben, wurden von ihr schnöde abgewiesen, denn keiner war ihr gut genug. –Endlich kam mal Einer an ihres Vaters Hof, der zeigte ihr das Bildniß eines Mannes von großer Schönheit und fragte sie, ob sie denn den wohl nehmen wollte. »Ja!« hat da die schöne Florentine gesagt, »den will ich haben; aber er muß mich auch abholen in einer goldenen Kutsche mit vier weißen Hengsten; wenn er das nicht thut, so mag er bleiben wo er ist.« Das hat ihr der Bote versprechen müssen. Am dritten Abend hielt auch richtig die Kutsche vor ihrem Hause; sie war bespannt mit vier weißen Hengsten und ganz von Golde, das leuchtete weit hin durch die Straßen der Stadt. Die schöne Florentine ließ sich von ihren Kammerzofen in den Wagen tragen, daß sie ja Gottes Erdboden nicht berührte und fuhr mit ihrem Bräutigam davon, und alle Leute liefen hinterher, um den prächtigen Wagen zu sehen. Als sie aber vor dem Thore auf einem Berge angekommen waren, fingen Wagen und Pferde auf einmal an zu glühen wie Feuer, hoben sich in die Luft und verschwanden. Da ließ sich eine Stimme vernehmen, die rief:

[130]

»Ach du schöne, ach du schöne Florentine!
Du bist ewig und ewig verloren!«

Da sahen die Leute wohl klar, daß es der Teufel gewesen war, der die schöne Florentine geholt hatte.