Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Ernst Keil
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Für stille Stunden
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 49, S. 658
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Verlegerhinweis auf Ferdinand Stolles Dichtungen Palmen des Frieden, Rezensionsauszug von Johann Grässe
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[658] Für stille Stunden. Alle Freunde einer sinnig-gemüthvollen Poesie bitte ich die Anzeige am Schluß der heutigen Nummer nicht zu übersehen. Die „Palmen des Frieden“ haben sich trotz der Sündfluth von Gedichten, und obwohl erst vor einigen Wochen erschienen, rasch die Gunst des Publikums gewonnen und finden täglich mehr Freunde und mit diesen steigende Verbreitung. Ein reiches weiches Gemüth spricht sich hier in einfacher Weise aus, und das ist das Schöne an diesen Poesien, daß sie überall hin versöhnend und beruhigend wirken. Wie anerkennend sich auch die Kritik über diese Sammlung ausspricht, beweist eine Besprechung des bekannten Literarhistoriker Grässe im Dresdner Journal:

„Schon sind acht Jahre verflossen,“ heißt es dort, „als der Verfasser dieser Dichtungen, Ferdinand Stolle, ein Mann, dessen Name in jedem deutschen Gau einen guten Klang hat, den armen Erzgebirgern seinen Weihnachtsbaum anzündete und durch die herrlichen Früchte seiner Muse so manche Thräne trocknen half. Jetzt bietet er uns „Palmen des Frieden“ an, denen wir schon ihrer Tendenz wegen aus vollem Herzen einen eben so freudigen Willkommen verheißen dürfen, als seiner obgedachten ersten Gedichtsammlung allenthalben zu Theil ward. Dieses vortreffliche Liederbuch zerfällt in vier Theile: Frühling, Gottvertrauen, Lieder für das Herz und Saaten, von Gott gesäet, am Tage der Garben zu reifen, und reiht sich den besten Erzeugnissen der deutschen Lyrik im Laufe des jetzigen Jahrhunderts an. Obwohl die Haltung der einzelnen Dichtungen durchaus eine ernste, würdevolle ist, sehen wir doch überall die einfach sinnige Gemüthlichkeit eines alten Freundes, des „Dorfbarbiers,“ durchschimmern. Wir empfehlen daher dieses jüngste Kind seiner Muse, die immer noch so frisch, nur noch geläuterter ist als vor acht Jahren, allen Kreisen der Gesellschaft.

Als vorzüglich gelungen dürfen wir ohne Ausnahme die Lieder der zweiten und dritten Abtheilung, Gottvertrauen und Lieder für das Herz, betrachten, da sie mit einer wahrhaften Begeisterung empfunden sind. Die äußere Ausstattung ist übrigens dem trefflichen Inhalte vollkommen angemessen.“

E. K.

[Anzeige]
Palmen des Frieden.
Eine Mitgabe auf des Lebens Pilgerreise.
Dichtungen
von
Ferdinand Stolle.
eleg. geh. 27 Ngr. – prachtvoll gebunden 1 Thlr. 4 Ngr.
Widmung.

Du Wandrer auf des Lebens Pilgerwege,
O kehr’ vertrauend bei mir ein,
Auf daß Dein Haupt ich weich in Blumen lege
Und Quellgeriesel wiege sanft Dich ein.
Den Frühlingshimmel laß ich Dir erblauen,
Und athmet bang Dein krankes Herz,
Ich heil’ es Dir durch frommes Gottvertrauen
Und richt’ es segnend himmelwärts;
Was Gott mir gab an Frühling und an Frieden,
Geliebter Wandrer, sei auch Dir beschieden.

In diesen Widmungsversen spricht sich der ganze schöne Inhalt dieser gemüthreichsten aller neuern Gedichtsammlungen treu aus. Sie ist von Anfang bis Ende durchklungen von Frühling, Liebe und Frieden.

Die Leser der Gartenlaube, welche mit so großem Beifalle die vor einiger Zeit mitgetheilten Proben dieser Sammlung – wir erinnern an die schönen Lieder:

„O könnte mir ein Lied gelingen, Wie Gott es selbst in’s Herz mir schrieb etc.“ – „Wenn eine Mutter betet für ihr Kind etc,“ – „Was ist das Herz – es ist ein Blumengarten etc.“

begrüßten, werden diesen herrlichen Blumenstrauß, in welchem sich derselbe Geist, dasselbe Gemüth in schöner Form wiederspiegeln, gewiß doppelt willkommen heißen. Diese Palmen des Frieden in ihrer prachtvollen Ausstattung dürften unter den poetischen Geschenken, die sich Freundschaft und Liebe einander darbieten, mit Recht einen der ersten Plätze einnehmen.

Leipzig, December 1855.

Magazin für Literatur.