Epigramme (Hebel, 1834)

Textdaten
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Autor: Johann Peter Hebel
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Titel: Epigramme
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aus: J. P. Hebels sämmtliche Werke: Band 2, S. 204–206
Herausgeber: {{{HERAUSGEBER}}}
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1834
Verlag: Chr. Fr. Müller’sche Hofbuchhandlung
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons
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[204]
Epigramme.

1. Rude donandus.

Mich in Ruhe setzen? Hört den klaren
Unsinn! Mich den Präsident von Essen?
     (Ein Assessor seitwärts):
Klarer Unsinn! Denn seit dreißig Jahren
Seines Amts ist er in Ruh gesessen.

2. Undank.

Gestern Abend starb der Doktor Engel;
Tod, er ist ein undankbarer Bengel.

3. Herzensanliegen.

Vater. Was liegt dir auf dem Herzen,
     Mein Kind, du scheinst so bang?

[205]

Tochter. Ach unterm Herzen liegt mirs
     nun schon sechs Monden lang.

4. Am Grabe eines Kapuziners.

Betet Ave! Pater Quardian
Ists, der unter diesem Steine rastet.
Tröst ihn Gott! Er hat am Laberdan
Und an Erbsen sich zu todt gefastet.

5. Am Grabe eines Chirurgus.

Gott woll’ ihm Ruhe geben!
Er war ein unbescholt’ner Mann,
Und hat in seinem ganzen Leben
Nicht einem Menschen weh gethan.

6. Krankenbesuch.

     Ist sein Herr allein,
So meld er den Freund Hain!
– „Ganz allein, bis auf den Doktor Felber“
Adjeu, Freund! der bringt mir ihn schon selber.

[206]
7. Xenien.

Xenien sind Geschenke, dem Gastfreund traulich geboten,
Dichtet was ihr wollt, aber nennts was es ist!
Sollens Xenien seyn, recht schön! Vergesset nur Eins nicht,
Widmet den Gästen den Witz, nicht dem Witze den Gast.