Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
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Nachträgliche Anmerkungen.


ergiebt sich jetzt im Verhältniss von kleiner, also jetzt Hundertmilliontel Secunden.

     Wie schon in der Einleitung bemerkt, hat zuerst Herr H. Poincaré auf diesen Fehler hingewiesen. C. R 111. p. 322. 1891.

     7) Zu No. 2. Seite 57.

     Das Resultat dürfte etwa richtig sein, aber die Ableitung ist ohne Werth. Abgesehen davon, dass in der Rechnung der eben erwähnte Fehler zu corrigiren wäre, ist auf die Dämpfung durch Strahlung keine Rücksicht genommen, an welche ich bei Abfassung dieser Abhandlung noch nicht dachte.

     8) Zu No. 4. Seite 74.

     Unter der Complication, von welcher die Rede ist, und unter der Auslösung langer Funken durch andere sehr viel kürzere waren die folgenden Erscheinungen verstanden. Schaltet man in denselben Kreis die primären Spulen zweier Inductionsapparate und stellt die Funkenstrecke beider so ein, dass sie an der Grenze der Leistungsfähigkeit stehen, so lässt jede Ursache, welche den einen Funken hervorruft, auch den andern zugleich hervortreten; ganz unabhängig von der Wirkung des Lichtes der Funken auf einander, welche ja leicht auszuschliessen ist. Es gehen entweder beide Funken über, oder keiner von beiden. Lässt man ferner eine Töpler-Holtz’sche Influenzmaschine von 40 cm Scheibendurchmesser schnell laufen, so dass sie im Maximum etwa Funken von 15 cm Länge giebt, und zieht nun die Polkugeln auf 20–25 cm auseinander, bis die Funken vollständig versagen, so erhält man aufs Neue mit Regelmässigkeit einen langen knallenden Funken, so oft man aus dem negativen Conductor einen kleinen Funken zieht, entweder mit dem Knöchel der Hand, oder mit dem Knopf einer Leydener Flasche. Man kann auch den negativen Pol mit einem längeren Leitersystem verbinden, und aus diesem die Funken ziehen, mit gleichem Erfolg. Der auslösende Funke kann ganz kurz und schwach sein; wird er mit dem Knopf einer Leydener Flasche gezogen, so erscheint die Flasche nur wenig geladen. Durch Ziehen der Funken aus dem positiven Pol lässt sich die gleiche Wirkung nicht erzielen. Die Erscheinung muss wohl schon oft beobachtet sein, in der Litteratur habe ich sie nicht erwähnt gefunden.

     Eine Erklärung dieser Erscheinungen vermag ich nicht zu geben, sie haben offenbar den gleichen Ursprung, wie die Erscheinungen, welche Herr G. Jaumann beschrieben hat in seiner Abhandlung „Einfluss rascher Potentialveränderungen auf den Entladungsvorgang“, Sitzungsberichte d. Akad. d. Wissensch. zu Wien, Bd. XCVII. Abth. IIa. Juli 1888. Herr Jaumann führt die Erscheinungen zurück auf den Satz, dass „nicht allein Form, Zustand und Potentialdifferenz des Entladungsfeldes“, sondern auch „die Art der Aenderung der Potentialdifferenz, und zwar wahrscheinlich deren Aenderungsgeschwindigkeit, eine wesentliche Entladungsbedingung sei“. Es ist zu hoffen, dass diese Erscheinungen noch weiter aufgeklärt werden.

     9) Zu No. 4. Seite 80.

     Die Herren E. Wiedemann und H. Ebert haben bald darauf nach-