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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Elektrische Holzfällung
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aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 108
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[108] Elektrische Holzfällung. Ein dünner Metalldraht, der zwischen den Polen eines galvanischen Elementes ausgespannt wurde, geräth bekanntlich, sobald das Element in Thätigkeit gesetzt worden, in ein dauerndes Glühen, und zwar um so sicherer, je dünner er ist, während zum Glühendmachen stärkerer Drähte eben auch stärkere Elemente erforderlich sind. Der Physiker Dr. Robinson in New-York fand nun vor zwei Jahren, daß man mit einem derartig in Dauergluth erhaltenen Platindraht Holz in ähnlicher Weise durchschneiden könne, wie die Seifensieder mit einem kalten Drahte ihr Product in kleine Stücke zerschneiden. Es geht zwar nicht ganz so leicht, wie bei der Seife, aber jedenfalls leichter als mit der Säge, und dabei giebt es keine Spähne, sondern nur eine leicht angekohlte Fläche, welche der Dauerhaftigkeit des so zerschnittenen Holzes entschieden günstig ist. Dieses Verfahren ist neuerdings von den Herren H. S. Parkinson und W. H. Martin in Bombay im Großen zum Fällen der Bäume angewendet worden, indem man die Stämme mit dem glühenden Drahte bis auf ein Fünftel ihres Umfangs durchschnitt und dann auf gewöhnliche Weise zum Umfallen brachte. Dabei soll ein Baum, dessen Fällung in althergebrachter Weise zwei Stunden Zeit erfordert, schon in einer Viertelstunde niedergelegt werden, wobei es keine Holzverluste giebt, was bei werthvolleren Hölzern auch Beachtung verdient. Aber die Methode hat auch ihren Haken, der darin besteht, daß selbst dickere Platindrähte die Verwendung nicht allzu oft gestatten, sondern bald reißen. Es wird sich mithin darum handeln, Drähte von einem zäheren und vielleicht billigeren Metalle ausfindig zu machen.