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Textdaten
Autor: Friedrich Rückert
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Titel: Einladung auf Weihnachten
Untertitel:
aus: Gesammelte Gedichte, 6. Band, S. 33–34 („Nachtrag“: S. 126–127)
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Auflage:
Entstehungsdatum: November 1833, „Nachtrag“: Dezember 1833
Erscheinungsdatum: 1838
Verlag: Carl Heyder
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Erscheinungsort: Erlangen
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Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Weihnachten
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Einladung auf Weihnachten

[33]

Jeder kann sich die Welt betrachten
Zur Lenzfeier auf seine Weise,
Aber das Winterfest Weihnachten
Ist gemacht für Familienkreise.

Da nun solch einen Kreis du missest,
Sei geladen in meinen frommen,
Daß du unter den Kindern wissest,
Wozu Christ in die Welt gekommen.

Laß dich nicht reun die wenigen Meilen,
Durch Windweben ein rüstiger Schreiter;
Um die festliche Luft zu theilen,
Reist man im kältern Schweden noch weiter.

Wenig fördert beim spärlichen Lichte
Jetzt die Arbeit, die volles fodert.
Bring, wie du pflegst, uns eine Geschichte,
Daß der Kamin uns heller lodert.

Komm aus der Still’, um im Saus und Brause
Mich zu trösten von all den Buben,
Die mir der Winter hält in der Klause,
Daß eng werden die weiten Stuben.

Theile des häuslichen Glücks Genüsse,
Sieh, vom geputzten Zweige der Tannen
Wie sie schlagen die goldnen Nüsse;
Wenn du genug hast, gehst du von dannen.

[34] Aber ich muß, in Fessel geschlagen,
Des erlösenden Frühlings warten,
Um mit gutem Gewissen zu sagen:
Marscht nun, Buben, und lärmet im Garten!


Nachtrag

[126] zur Einladung auf Weihnachten (Abtheilung VII., S. 33.)

Ich wollte mit dir schmollen,
Daß du nicht kommen wollen,
Geladen auf Weihnachten;
Doch es hat gehen sollen
Viel anders als wir dachten.

[127] Nun sind die mandelvollen
Lebkuchen und Christstollen
Gebacken auf Weihnachten;
Allein die Kinder sollen
Sie dismal nur betrachten.

Die Seuche kam mit Grollen,
Und hieß den Tand sich trollen.
Den wir zum Christbaum brachten;
Von Scharlach sind verschwollen
München, die Purpur lachten.

Wir können zu dem Schaden
Nun keine Gäste laden
Auf Senf und Fieberrindchen;
Wer weiß, ob uns begnaden
Mag selbst das Christuskindchen!

Doch tret es, ob’s auch Mängel
Hier find’, in unsern Sprengel,
Wir harren unbeklommen.
Es wird als Todesengel
Der Lebensfürst nicht kommen.