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Textdaten
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Autor: Alfred de Musset / P.-J. Stahl
Illustrator: Tony Johannot
Titel: Ein Reisemärchen
Untertitel: Erstes Capitel
aus: Illustrirte Zeitung, Nr. 1 vom 1. Juli 1843, S. 14
Herausgeber: Johann Jacob Weber
Auflage:
Entstehungsdatum: 1843
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: J. J. Weber
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Originaltitel: Le Voyage où il vous plaira
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
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Wilhelmine Devrient-Schröder - Ill Zeitung 1843, Bd. 1, S. 12.tif

Madame Schröder-Devrient (Wilhelmine Devrient-Schröder)

Zug von Centauern und Bachantinnen in Bachus'Gefolge darstellend, und somit die komische Muse bezeichnend, von dem wol zu wünschen wäre, daß der so ausgezeichnete Künstler uns mindestens durch einen gestochenen oder lithographirten Umriß die halblebensgroßen Gestalten ebenfalls näher brächte. An eben derselben Seite finden wir noch Statuen von Tänzerinnen und Faunen, vom Bildhauer Selig gefertigt, und von allen drei Künstlern sehen wir noch in diesem Jahre der Aufstellung der Statuen von Sophokles, Aristophanes, Shakespeare, Molière, Gluck und Mozart in den dazu bestimmten Nischen entgegen.

So bot denn das neue Schauspielhaus eine anziehende Vereinigung aller bildenden Künste dar, und Dresden durch die Vorsorge und Liberalität seines Königs einen Tempel der Schauspielkunſt, wie vielleicht jetzt kein zweiter in Deutschland zu finden sein dürfte. Um so wünschenswerther wäre es daher, wenn namentlich sein genialer Baumeister, Prof. Semper, in einer eignen kleinen Schrift mit Umrissen uns in das nähere Detail dieses in so vieler Hinsicht wichtigen und bemerkenswerthen Bauwerks einführte.

Nachdem nun am 31. März 1841 das alte Schauspielhaus – das alsdann noch in demselben Jahre abgetragen und der daran stoßende östliche Porticus des neuen vollends ausgebaut ward – mit der Darstellnng der Lessingschen Minna von Barnhelm, als dem ältesten, noch auf seinem Repertoir gebliebenen Stücke, und einem von Th. Hell gedichteten und vom Hofschauſpieler Burmeister, als dem ältesten Mitgliede, gesprochenen Epiloge geschlossen worden war, wurde das neue am 12. April desselben Jahres mit dem obengedachten Prologe und Goethe's Tasso eröffnet, dem darauf in zweckmäßig geordneter Reihenfolge die ältern und neuern Meisterwerke sowol der Oper – deren erste Euryanthe – als des Schauſpiels folgten.

Der Zuschauerraum des neuen Hoftheaters enthält ein Parkett und Parterre, ein Amphitheater nach einer neuern ansprechenden Construction und 5 Reihen Logen, und kann außer den reservirten Räumen für den Hof mehr als

Königliches Hoftheater Dresden - Ill Zeitung 1843, Bd. 1, S. 12.tif

Das königliche Hoftheater Dresden

1600 Personen in sehr bequemen Plätzen, fassen. Die Aufgabe der Akustik ist aufs Vollkommenste gelöst, da man überall gleich gut und deutlich hört, ebenso auch hinsichtlich der Perspective es nur wenige Plätze gibt, wo man nicht die ganze Bühne übersähe. Die Räumlichkeit auf der Bühne ist die angemessenste, sowie deren Verhältniß in Breite und Höhe, wobei noch zu bemerken, daß das Podium nicht schief hinaufgeht, sondern ganz eben gelegt ist, was für die Maschinerie von großem Vortheil sich zeigt. Bühne, Zuschauerraum, Corridor, sowie der prachtvolle Foyer werden aufs Glänzendste durch mehr als 800 Gasflammen erleuchtet, und ist die dafür vom Commissionsrath Blochmann getroffene Einrichtung eine in der That bewundernswerthe, indem durch eine ganz einfache, auf den kleinsten Raum beschränkte Vorrichtung auf der Bühne selbst, nicht nur alle Flammen der Rampe und der Coulissen, sondern auch die des prachtvoll decorirten und im reichsten, durch matte Glasglocken gemilderten Lichte strahlenden Kronleuchters, in vielfachen Abstufungen vom hellsten Glanze bis zum fast völligen Verlöschen, von dort aus mit einer leichten Drehung einer Schraube behandelt werden.

So vereinte sich alles, dieses neue Schauspielhaus in seinen äußern Bedingungen zu einer wahren Zierde der Stadt, wie einem würdigen Tempel der Kunst zu gestalten, und der König belohnte auch für die dabei bewiesene Pflichttreue und bewährte Kenntniß den Generaldirector Geh. Rath von Lüttichau mit dem Großkreuze und den Professor Semper mit dem Ritterkreuze des Civilverdienſtordens.

Unsere Illuſtrationen bieten den geehrten Lesern die sehr gelungenen Portraits der drei Mitglieder der Dresdner Bühne, welche an den beiden ersten Abenden die Hauptrollen spielten; Herrn Emil Devrient, welcher den Tasso, Madame Schröder - Devrient, welche die Euryanthe, und Herrn Joseph Tichatschek, welcher den Adobar gab.

Spätern Mittheilungen behalten wir die Würdigung der innern Verhältnisse der Bühne, des Kunstwerthes der Darstellungen und der dahin gehörenden Beziehungen vor.

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