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Ein Newes Lied Von der Münchischen Nacht-Raben Flucht-Flug

Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Ein Newes Lied Von der Münchischen Nacht-Raben Flucht-Flug/ auß dem Löblichen Hertzogthumb Würtenberg/ und insonderheit auß dem schönen Kloster zu Blauwbeyren
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Erscheinungsdatum: 1632
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Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:238031H
Kurzbeschreibung:
Flugschriften des 17. Jahrhunderts
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[1]

Ein Newes Lied
VOn der Münchischen
Nacht-Raben Flucht-Flug /
auß dem Löblichen Hertzogthumb Würtenberg / vnd
insonderheit auß dem schönen Kloster
zu Blauwbeyren.


Im Thon:
Mein GOtt vnd HErr stehe du mir bey / dieweil
ich muß von hinnen / etc.


Den Päpstischen Romanisirten Orden
zu sonderlichen Ehren publicieret.


Getruckt Im Jahr / 1632.


     
[2]
 1.

 O Würtemberg du Edles Land /
     Du Garten deß HERREN schöne!
GOtts Wort in dir ist wol bekandt /
     Laut thuts darinn erthönen /
Die Kirchen dein
Seyn Rhein vnd fein /
 Nach Christenlicher Arte /
Da wohnet GOTT /
Ohn allen Spott
 Vnd sicht von seiner Wahrte.

 2.
GOTT sicht von seiner Hut auff dich /
     Vnd hat sein Wolgefallen /
Wann bey dir seyn Wort heyliglich
     Thut allenthalb erschallen.
Die Klöster gut /
Hat er in Hut /
 Sie sein Pflanzgärtlin kleine /
Darinn dein Kind
Auffzogen sind /
 GOtts Wort zulernen reine.

 3.
Darauß dein Fürst so lobesam /
     Versorgt das gantze Lande /

[3]
Daß mögen GOttes Worte mit Wohn /

     Habe nächst bey der Hande;
Ja an der Herren
Von dir begehren /
 Auß deim Pflanzgärtlin reiche /
Gezogne Bäum /
So GOTT angnem /
 Seyn Kirch bawen ohn schewe.

 4.
Diß verdroß nur den Höllen-Hund /
     Sampt sein München vnd Pfaffen:
Drumb machten sie ein starcken Bund /
     Daß jhnen solt verschaffen
Das Weltlich Schwerdt /
Daß sie vnbschwert /
 Möchten der Klöster einnemmen /
Vnd treiben auß
Den Wihrt deß Hauß /
 Vnd das gantz Land beschemen.

 5.
GOTT hat auch wegen deiner Sünd /
     O Würtenberger Hause!
Verhängt / daß solche deine Feind
     Zu dir kamen mit Grause /
Vnd namen dir
In all Refier
 All Klöster ab nur schlechte.
Mit List manchfalt /
Vnd Kriegs-Gewalt /
 Ohn Vrtheyl vnd ohn Rechte.

 6.
Da warden die Pflanzgärtlin dein /
     Verwüst von groben Säwen /

[4]
Das gantze Land sahe traurig drein /

     That sich vor dem Ding schewen /
Die Jugend zart /
Vertriben ward /
 Die Studia vergiengen /
Abgötterey
Ward triben frey /
 Groß Noht vnd Layd anfienge.

 7.
Die Vnterthanen jhrem Herren
     Warden bald abgewendet /
Pfaffen vnd Münch thaten sich mehren /
     Viel Kirchen wurden gschändet /
Das Weltlich Schwerdt /
Wie sie begehrt /
 That sie in Vnrecht schützen /
Mit Trug vnd List /
Sie zu der Frist /
 Thaten jhr Sach auffmutzen.

 8.
Das Gut / so man solt wenden thun /
     GOtts Wort zulehren eben:
Daß wandten sie ans schlemmen nun /
     Vnd zu Gottlosem Leben.
Die Fürsten gut /
Verlohren den Muht /
 Sie kündten nimmer helffen /
Das Land war zag /
Bey Nacht vnd Tag /
 That nur schreyen vnd gelffen.

 9.
Das Gschrey hört vnser GOTT vnd HERR /
     Durch Christum seinen Sohne /

[5]
Ein Heyland hat er geschickt her /

     Ein König groß mit Wohne /
Der ist Sieghafft
Durch GOttes Krafft /
 Der kan die Pfaffen schrecken /
Er hat mit Macht
Gstürtzt jhren Pracht /
 Er kan jhren Raht auffdecken.

 10.
Wann dieser König sich nur regt /
     Vnd ist doch weit von dannen /
Die Forcht der Pfaffen Hertzen schlegt /
     Sie bleiben nicht bey Handen.
Ehe man sie jagt /
Vnd sie anklagt /
 Fliehen sie vor mit Schmertzen;
Dann sie anklagt /
Vnd hinauß jagt /
 Ihr böß Gwissen im Hertzen.

 11.
Sie geben zuerkennen wol /
     Was sie für ein Lehr haben /
Weil sie darbey halten zumal
     Wie ein verfauhlter Faden.
Was nutzt ein Hirt /
Fauhl vnd verjirzet /
 Der der Schaff dem Wolff thut lassen /
Vnd fleucht darvon /
So bald er kan?
 Er nutzt so viel als Pfaffen.

 12.
Wann sie doch nur jhr gringe Ehr /
     Theten ein wenig betrachten /

[6]
Vnd hielten auff Redlichkeit mehr /

     Theten deß Rechten achten.
Vnd flohen all /
In solchem Fall /
 Daß sie nicht erst Dieb wurden /
Vnd lassen so /
Hindersich da /
 Ein Schandmahl jhrem Orden.

 13.
Das sicht man an Blauwbeyren wol /
     Im selben Kloster Alte /
Welchs auch war solcher Säwen vol /
     Die sich han vbel ghalten /
Sie wolten bald /
Trutzen mit Gwalt /
 Daß gantz Fürstliche Ampte;
Aber zu Frist /
Vergangen ist /
 Ihr Zorn so vnverschampte.

 14.
Dann da sie hörten newe Mehr /
     Das Schwedisch Volck solt kommen
Vnd reformiren ohn beschwer /
     All Klöster / so eingnommen /
Solch Volck auch weit /
Noch von jhn leit;
 Noch wolten sie nicht trawen.
Weit von der Gfahr /
Beigt keim kein Haar /
 Zur Flucht thaten sie schawen.

[7]
 15.

Niemandt hat sie getrieben auß /
     Niemandt that jhnen Schaden /
Es traumbt jhn nur von einem Strauß /
     Kein Noht that sie beladen
Doch sie geschwind /
Gleich wie der Wind
 Sich machten auß den Strassen /
Da sicht man wie
Die Marter sie
 Vmb Christi willen hassen.

 16.
Den 16. Hornung gschwind /
     Thaten sie die Letz trincken;
Voll vnd toll war das München Gsind
     Die Becher theten sincken.
Sie rüsten sich
Subtil heimlich /
 Wol zu der Flucht gar eben;
In der Mittnacht
Die Flucht anfacht /
 Sie thun ein weiten geben.

 17.
Viel Nacht-Eylen vnd Harpien
     Thaten sie nauß belaiten /
Die Vögel seyn jhn angenehm /
     Mit jhn thaten sie reiten
Doch das nicht leer
Daß München Heer /
 Außzoge / thatens rauben /
Das Kloster auß /
Ohn allen Grauß /
 Vnd als sauber auffklauben.

[8]
 18.

Alles was man fortbringen kondt /
     Thaten sie gar mit nemmen /
Gold / Gelt / vnnd alles zu der Stund
     Raubtens ohn alles schemmen /
Die Ställ sein bloß /
Manglen der Roß /
 Die Kelch sein auch entwichen /
Sie sein mit Schand
Gantz auß dem Land /
 Zur hind’rn Thür außgwichen.

 19.
Wann einer gnug zustehlen hat /
     An Gelt vnd andern Sachen /
Vnd doch ohne Schew mit Schad
     Thut sich an Kirchen machen /
Stilt die Kelch gut /
Mit frechem Muht /
 Der ist ein Dieb gebohren;
Sieh wer da seyn /
Diese Münch fein /
 Kelch-Dieb weit ausserkohren.

 20.
Daß du doch jhr verstohlen Hertz /
     Möchtest besser ersehen /
So höre doch ohn allen Schertz /
     Was noch mehr ist geschehen.
Ein Altes Glaß /
Im Kloster was /
 Wol ettlich hundert Jahre:

[9]
Deß theuren Fuß /

Von Silber groß
 Raubten sie weg fürwahre.

 21.
O liebes Würtenberger Land!
     Diß Volck lern wol erkennen /
Da sie diß Hauß auffgeben hand /
     Vnd thaten darvon rennen /
Da thut gar bald
Billicher Gstalt /
 Ins Fürsten thewren Namen /
Der Ober-Vogt
Durch Gnad von GOTT /
 Diß Klösterlen einnemmen.

 22.
Er führt hinein Ehrliche Leut /
     Vnd ließ bald inventiren;
Da bsah man alles nach vnd weit /
     Was war der Münch hausieren.
Da bald erschein /
Der losen Schwein /
 Gottlos vnd böß beginnen.
Da alles war /
Verderbet gar /
 Vber all vnser sinnen.

 23.
Die alte gmalte Fenster schön /
     Waren gantz eingeschlagen /

[10]
All Tisch vnd Bänck / Stül groß vnd klein /

     Lagen auff einem Schragen;
Bethladen gut /
Münchisches Blut /
 Hat außeinander grissen
Sie brochen ein
Den Brunn von Stein /
 Vnd haben als beschissen.

 24.
Viel Bäum haben sie ghawen ab /
     So lieblich Früchten gaben /
Sie hatten jhre Frewd darab /
     Vnd thut jhr Hertz erlaben /
Wann sie nur viel
Schaden in Eyl /
 Kündten zu letzt zufügen;
Als vmb vnd vmb /
In einer Summ /
 That obeinander ligen.

 25.
Nichts fand man als noch ettlich Korn
     Vnd Wein im Kloster Keller;
Hettens können mit glimpff außlehren /
     In ihr Münchs-Kutten selber /
Der Wein wer auß /
In die Rappaus /
 Doch jeder vor der Fluchte /
Von Alt vnd Jung /
Doppelt Ladung
 Zu sich nam / vnds Loch suchte.

[11]
 26.

Es ist nicht gar zusprechen auß /
     Was diese Münch vnbsonnen /
In dem Kloster gmacht für ein Grauß
     Ehe sie darvon gesprungen.
Ihr Geist dißmal /
Sich in dem Fahl /
 Hat vnfehlbar angeben /
Daß er nicht ist
Vom HErren Christ /
 Sonder vom Teuffel eben.

 27.
Niemandt hette für sich erkendt /
     Das Münch da gwesen weren;
Jeder hett nur Crabaten gnendt /
     Die gmacht solch groß beschweren.
Aber diß Gsind /
Sich also findt /
 Daß man sie muß ansehen /
Für böses Kraut
Den München Haut
 Darff sich als vnderstehen.

 28.
Da sicht man jhr Demühtigkeit /
     Ihr Andacht vnd jhr beten /
Ihrn Glauben vnd jhr Redlichkeit /
     Wol hie an diesen Stetten.
Da sie zu lang
Von jhrem Anfang
 Die Klöster einbesessen /

[12]
O liebes Land

Du würst zuhand
 Der Münch nicht mehr vergessen.

 29.
Es frewet sich das Fürstlich Hauß /
     Daß die Vögel hinflogen:
GOtt der HErr säubert das Land auß /
     Von dem Volck so verlogen.
Das Ayd vnd Trew /
Ohn allen Schew /
 Thut niemandt redlich halten /
Sonder mit List /
Begehrt zur Frist /
 Aller Welt Gut verwalten.

 30.
Die Nacht-Eylen jhn das Gelait
     Haben zu Land außgeben;
Dann solch Schälcken zur Flucht bereit
     Solch Gsellschafft gebührt eben.
Da aber fein /
Bey Sonnen-Schein
 Der Ober-Vogt ist kommen /
Zeucht vor jhr her
Ein Storck von fer:
 Vnd hat sein Nest eingnommen.

 31.
Da ware lustig jederman /
     Daß es nun darzu kommen;

[13]
Zu GOTT ein Dancksagung gieng an /

     Daß er die Gäst hingnommen /
O GOTT behüt /
Diß Land in Güt /
 Vor dem losen Gesinde /
Daß diese Rott /
Mit solchem Spott /
 Kein Statt mehr drinnen finde!

 32.
O Frommer König Lobesam /
     Auß Schweden Hochgebohren!
Dir dancken wir mit Frewd vnd Wohn /
     Durch dich sich hat verlohren.
Der Pfaffen Schar /
Auß dem Land gar /
 Wann dich nicht GOtt gesändet /
So weren sie /
Noch alle hie /
 Vnd vnser Noht nicht gewendet.

 33.
Drumb dir O Königlich Wunniglich!
     Sey diß zu Danck gesungen /
GOTT bhüte dich Barmhertziglich /
     In dem Lob thewr errungen.
Daß du durch GOTT /
Vns auß der Noht /
 Vnd das Teutschland gerissen.
Ihr Christen Frumb /
Seidt vmb vnd vmb /
 Für jhn zbetten geflissen!


 ENDE.