Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die heilige Elisabeth
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 500
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[489]
500px

Die heilige Elisabeth.
Nach einem Gemälde von A. Matignon.

[500] Die heilige Elisabeth. (Zu dem Bilde S. 489.) Von den heilig gesprochenen deutschen Frauen ist Elisabeth von Thüringen wohl die volkstümlichste, da sie sich durch Werte der Mildthätigkeit und Barmherzigkeit, bei denen sie dem armen Volk persönlich näher getreten ist, ein schönes Andenken gesichert hat. Elisabeth war im Jahre 1207 geboren, eine Königstochter aus Ungarn, ihr Vater war Andreas II., ihre Mutter Gertrud von Meran. Schon 1211 wurde sie dem Sohn des Landgrafen Hermann von Thüringen, Ludwig, der damals ein elfjähriger Knabe war, zur Gattin bestimmt und auf die Wartburg gebracht, wo sie ihre Erziehung fand, den dort gepflegten Künsten brachte sie indes geringere Neigung entgegen als religiösen Uebungen und kirchlicher Andacht. Nach dem Tode des Landgrafen Hermann bestieg Ludwig im Jahre 1217 den Thron und vermählte sich 1221 mit der ihm bestimmten Braut. Die junge Landgräfin ging gänzlich auf in der menschenfreundlichen Fürsorge für die Armut, sie spann und nähte Kleider für die Armen und verteilte selbst Speisen an dieselben; als eine Hungersnot ausgebrochen war, soll sie täglich gegen 900 Notleidende gespeist haben. Auf unserem Bilde sehen wir am Fuße der Burgmauer die gütige Landgräfin mit dem Madonnengesicht Brote an das hungrige Volk verteilen. Kinder nehmen die Spende in Empfang, ein altes Mütterlein segnet die Gnadenreiche, daneben aber blickt eine von Not und Hunger Ermattete sehnsüchtig nach der rettenden Nahrung und im Vordergrunde kauert ein elendes Mädchen, das mit wilder Gier in das gespendete Brot beißt. Als Elisabeths Gatte 1227 auf dem Kreuzzuge des Hohenstaufenkaisers Friedrich II. gestorben war, wurde Heinrich Raspe Thronfolger, welcher die fromme Witwe seines Vorgängers mit ihrem Sohn und ihren zwei Töchtern vertrieb, so daß sie, durch die Straßen Eisenachs irrend, vergeblich im Winter ein Obdach suchten. Zuletzt gewährte ihr Onkel, der Bischof von Bamberg, ihr und den Kindern eine Zuflucht auf seinem Schlosse Bottenstein. Heinrich Raspe söhnte sich zwar wieder mit ihr aus und rief sie auf die Wartburg zurück, doch in den Tagen des Unglücks und der Verfolgung hatte ihr religiöser Sinn sich so gefestigt und gesteigert, daß sie hinfort in vollständiger Weltabgeschiedenheit allein ihren geistlichen Betrachtungen und Uebungen leben wollte. Sie starb 1231 in einem von ihr errichteten Hospital in Marburg.