Hauptmenü öffnen

Die Ursache des Einschlagens vom Blitze:Seite 27

Die Ursache des Einschlagens vom Blitze
<<<Vorherige Seite
Seite 26
Nächste Seite>>>
Seite 28
Reimarus ursache des einschlagens vom blitze Seite 027.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


§. 12.

Diese Anstalten sind sehr einfach und auf sichere Erfahrung gegründet *). Wenn nun an einer schon mit Metall gedeckten Spitze nichts hinzugethan, oder wo kein metallenes Dach wäre, nur von dem schon am Gipfel befindlichen Helmstangen, Kreutzen oder Wetterfahnen ein Ableitungsmetall heruntergeführet würde; so könnte wahrlich doch keine Sorge entstehen, daß, wie man von den Franklinschen spitzen Stangen sich vorgestellet hat, vielmehr der Blitz auf das Gebäude geleitet werden möchte, davon ich doch das Mißverständniß heben, und vielmehr


*) Hr. D. Watson[1] hat demnach auch bey Gelegenheit des Londoner Gewitters eben dergleichen Vorschlag gethan. (Phil. Trans. Vol. LIV. p. 221.[2]) Besonders hat er eine solche Beschützung der prächtigen Pauls Kirche in London angerathen. Denn, wie er erinnert, so stehet das metallene Kreutz daselbst oben auf der Laterne der Kuppel mit seinem Fusse eingemauert, und ruhet auf den steinernen Bögen. Es hat also keinen Zusammenhang mit dem bleyernen Dache der Kuppel, so wie auch die hievon heruntergehenden bleyernen Röhren das Wasser nur bis zu einer unter der Gallerie befindlichen langen steinernen Rinne führen, und von dieser hernach andere bleyerne Röhren bis zur Erde herunter gehen. Daher würden die zwischenliegenden Theile des Gebäudes in Gefahr stehen, von einem Wetterstrahle zerschmettert zu werden, wenn nicht etwa der Platzregen bey dem Gewitter die Materie des Blitzes aussen herableitete.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Hr. D. WatsonWilliam Watson (1715–1787), englischer Apotheker, Arzt und Naturforscher. Als Mitglied der Londoner Royal Society führte Watson ab 1744 zahlreiche Experimente zur Elektrizität durch. Besondere Bekanntheit erlangte er für seine Forschungen zur sogenannten „Leidener Flasche“, der frühesten Bauform eines Kondensators. Aufbauend auf den Experimenten Benjamin Franklins veröffentlichte er 1764 einen eigenen Vorschlag zum Schutz von Pulvermagazinen vor Blitzen.
  2. Phil. Trans. Vol. LIV. p. 221 – William Watson: Observations upon the Effects of Lightning, with an Account of the Apparatus Proposed to Prevent Its Mischiefs to Buildings, More Particularly to Powder Magazines; Being Answers to Certain Questions Proposed by M. Calandrini, of Geneva, to William Watson, M. D. F. R. S., in: Philosophical Transactions 54 (1764), S. 201–227, hier: S. 221. Watson schrieb dort: „[…] if the iron work of the weather-cock can be easily got at, it may be adapted with very little trouble or expence. It is only necessary to make a metallic communication between the iron work and the lead, which carries off the water. This frequently reaches to the ground or very near it. From the bottom of this, the metallic communication should continue to the nearest water, or at least to very moist ground; though where it can be be procured, water should be preferred.“