Textdaten
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Autor: Ernst Deecke
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Titel: Die Stralsunder Beute
Untertitel:
aus: Lübische Geschichten und Sagen, S. 64–65
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Carl Boldemann
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Erscheinungsort: Lübeck
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Quelle: Google, Commons
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34. Die Stralsunder Beute.

In eben dem Jahre 1249, als die Lübschen mit den Schiffen aus Dännemark heim gewollt, haben sie noch ein Anderes bedacht und die große Stadt Stralsund angefallen.

Dieß geschah aber einmal darum, weil diese Stadt von König Woldemar den Lübeckern zum Verderb gebaut war, und der Zeit noch unter Dännemark stand. Zum Andern auch darum, weil sie, durch ihren trefflichen Handel zu Wasser und zu Lande in kurzer Frist sehr gewachsen, anfing gegen die Lübecker zu stolzieren und sich frech zu erzeigen; und sich, ich weiß nicht was, gelüsten ließ. Endlich insonderheit auch darum, daß Hans Katte vom Sunde – so nannte das Volk die Stralsunder damals – der Lübschen Kaufleute zur See angefallen und gar sehr beschädigt hatte. Welchem allem die Bürger zu Lübeck nicht länger stillschweigend zusehen konnten.

Da haben sie die Stadt überfallen, die Bürgerhäuser geplündert, alles angezündet und ziemlich wohl ausbrennen lassen. Was von reichen Bürgern übrig war, nahmen sie gefangen, und ihren Weg nach Lübeck zu; wo sie herrlich eingeholt wurden.

[65] Inmittels aber die Lübschen zur See so wunderlich gehaust, hat die Stadt Lübeck am 11. Juni abermals große Feuersnoth gelitten. Doch ist der Beutegüter so viel gewesen, daß man sie herrlich und zierlich wieder zurichten, und lauter steinerne Häuser ausführen können.