Die Stereoskopen aus Paris

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Titel: Die Stereoskopen aus Paris
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aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 248
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[248] Die Stereoskopen aus Paris im Hotel de Prusse in Leipzig. Wir sagten neulich bei Gelegenheit der Schwedler’schen Photographien, wie die Naturwissenschaft der Mechanik gelehrt hat: mit dem Blitze zu schreiben und mit der Sonne zu zeichnen. In den vorstehend genannten Stereoskopen hat sie ihr auch gelehrt, zur todten Fläche eines Bildes das Auferstehungswort für Lazarus zu sprechen: „Stehe auf!“ Dies war der Gedanke, der uns bei erster Betrachtung jener Stereoskopen der Herren Beckmann-Wehnert bewegte. Wirklich es war uns, als wenn die aschgrauen Glas- und Silberplatten sich auf ihnen wie kleine Gräber und aus ihnen hervor, in lebensvoller Erscheinung und Bewegung die Gestalten zu uns heranträten, die das Sonnenlicht in sie versenkt hat. Der erste Blick in eines jener Stereoskope ist mit großer Ueberraschung begleitet. Man glaubt die Statuen, die uns daraus hervortreten, wie einen frei vor uns stehenden Körper umfassen, umschreiten zu können; man glaubt durch die hellen Pforten und Bogengänge der architektonischen Bilder hindurchzuschreiten, die Blätter, Zweige und Aeste der landschaftlichen Bilder abbrechen und ihren Schnee abschütteln zu können. Kurz das vollendetste Bild der Farbe oder des Stichels kann keine so lebensvolle Anschauung geben, wie das Bild jener Stereoskopen. Das mechanisch-optische Gesetz derselben ist bei eigener Anschauung der Sache sehr leicht zu erfassen und man wird dann vielleicht weniger durch diese selbst überrascht, als eben durch die außerordentliche Einfachheit der Einrichtung, die uns in wenigen Minuten eine Anzahl der berühmtesten Kunstwerke der Welt so lebensvoll vor das Auge führt. Man wird an das Ei des Columbus denken, wenn man nicht einen weiten Rückblick thut und bedenkt, welche große Entdeckungen und Erfindungen im Gebiet der Naturwissenschaft erst dazu nothwendig waren, um jetzt diese so einfache Einrichtung machen zu können; wie es also auch wieder die mächtige Naturwissenschaft ist, der wir täglich neue Genüsse mannigfachster Art verdanken. – Die Stereoskope der Herren Beckmann-Wehnert sind ebenso mannigfach und interessant in der Auswahl ihrer Gegenstände, als vortrefflich in der Ausführung derselben; eine hohe Ausbildung dieses Kunstindustriezweiges bekundend. Die erste hier vorgeführte Serie bringt die berühmtesten architektonischen und plastischen Kunstwerke aus Paris und Versailles. Später werden die aus England und Deutschland vorgeführt werden, bei welcher Gelegenheit wir dann noch einmal darauf zurückkommen wollen.