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Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CXCI
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Schedelsche Weltchronik d 191.jpg
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CXC verso:Bearbeiten

VLm ist ein ziere des schwaben lands vnd ein kaiserliche reichs statt. vnd wiewol einich aygentlich anzaygung irs vrsprungs vnd anfangs nit vorawgen ist. yedoch wird ir alter vnd wirdigkeit vermuotet bey irem namen den sie von der aigenschaft naturlicher befeuchtigung irer lettigen erden zu felber gewachs geschickt gehabt vnd nach hinlegung der grobhait auß lateinischer art den namen Vlma von demselben felberwachs erlangt hat. Diss ist ein freye statt nymant den dem gepiet des roemischen koenigs vnderworffen. vnd neben oder bey Babenberg Slettstatt vnd Haganaw. eins auß den vier doerffern zu dem heilligen roemischen reich gewidennt. doch nit also oder dermassen das Vlm ein dorff sey. sunder als sie villeicht ettwen durch kriegs lewft zerstoeret worden vnd ettlich zeit an mawrn gewest ist. do ist sie darnach widerumb erpawet worden vnd zu starcker befestigung komen. An einem ort der mawrn fleueßet hin ein schiffreich wasser die Thonaw reich an wolgeschmachen vischen. darein rynnet auch oberhalb der statt ein mercklich wasser mit namen genant die yller. Auff dem wasser der statt. auch an andere ende darneben vnd darundter gelegen gross vnd vil mercklichs zymmer vnd prenholtzs zugefueert wirdet. Es rynnet auch darein durch die statt der fluss des wassers die plaw genant. Darzu ist dise statt mit tieffen greben vnd hohen thuernen bewaret vnnd mit zierlichen hewßern erfuellet. Vnder andern schoenen gepewen ist daselbst der heilligen gottes gepererin Marie pfarrkirch ein großer paw. vnd als man zalt von cristi gepurt tawsent drewhundert sibenundsibentzig iar angefangen vnd bis yetzo zu volendung diss buchs auffgerichtet. vnd sol vnd mag nach irer visirung derhalben gemacht bis dz der thurn daran volendet wirdt außgepawet werden. mit solcher großer mercklikher vnd vnzalberer arbeit kunst vnd kostung bißher vnd hinfuer zum ende dz der gleichen kawm in der werlt gefunden wirdet. fast hoh vnd mit grossen gewelben beladen vnd also weyt dz sie

CXCI recto:Bearbeiten

gross volck. der vil tawsent zu feyerlichen tagen darinn zusamen koemen begreiffen mag. Vnd ist kawm ein einiche kirch die souil pfarlewt hat. In derselben kirchen sinnd zwayundfuenftzig altar vnd zwuundfuenftzig gestifter[1] pfruenden. darinn ist auch ein mercklich koestlich vnd wercklich sacrament gehews. auch gestuele in dem chore. Auch ist sueßt mit predigen vnd gesanck got dem almechtigen vnd seiner gepererin zu lob vnd eren vnd dem volck daselbst zu besserung des lebens vnd wesens ein großer zierlicher vnd mit mercklicher kost ewiger vnd vnabgencklicher gestieften gotzdienst in derselben kirchen. der teglich fruee vnd spaet stettlich darinn loeblich volbracht wirdet[.] Vlm hat auch kluog ratgeben die des gemainen nutzs mit fuersichtiger regirung pflegen. darumb ist Vlm in kurtzen zeitten auß armuot zu reichthuemern. vnd von dienstperkeit zu herrlichkeit erwachßen. also das Vlm yetzo vil reicher stett an ewigen zinsen vnd guelten vbertrift. Vlm hat drey grafschaft schier mit allen iren anhengen vmb par gelt erkawft. Vnd treybt vnder vil henndeln nit mit kleinem nutz ein gewerb mit parchannten. vnd ist der handel so mancherlay das sich vil lewt da mit neren. vil verderben so werden vil reich damit. Vil mer treffenlicher stueck wern von dem lob vnd preyse der kaiserlichen statt Vlm zuschreyben. aber kuertzerung der materi wil das nit leyden.

Ulm

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