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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Die Leipziger Fliege
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aus: Allerdings, S. 106
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Ernst Rowohlt Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
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[106]
DIE LEIPZIGER FLIEGE


Ob wohl die Fliegen Eier in uns legen,
Wenn sie so lange auf uns sitzen bleiben,
Und wir sie, weil wir schlafen, nicht vertreiben?

Man sollte seinen Körper viel mehr pflegen.

5
Die Fliege, die mich darauf brachte,

Als ich in meinem Mietslogis erwachte,
War eine greisenhafte und ergraute,

Daß ich nur zaghaft mir getraute,
Sie wenigstens ein bißchen totzuschlagen.

10
Sie sterben im November sowieso

In Leipzig. (Später als wie anderswo.)
Wie können Sterbende doch oft noch plagen,
Das Alter stimmt nicht immer mild.

Sie sind unheimlich dann und boshaft wild.

15
Doch unter solcher feuchten Sumpfluft leiden

Alle. Leipzig hat seinen Hustenreiz.
Man sollte im November Leipzig meiden,
Nach Frankreich reisen oder in die Schweiz.

Die Fliege hat mir alle Lust genommen.

20
Ich bin nicht wach und bin auch nicht im Schlaf.

Als müßte ein Gewitter kommen.

Ob wohl ein Blitz je eine Fliege traf?