Die Insel auf dem Bielersee

« Nachtstück Gedichte (Friederike Brun) Mailied (Friederike Brun) »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.
Textdaten
Autor: Friederike Brun
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Insel auf dem Bielersee
Untertitel: An Rousseau’s Schatten.
aus: Gedichte, S. 31–32
Herausgeber: Friedrich von Matthisson
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1795
Verlag: Orell, Gessner, Füssli & Comp.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Gedichte (Brun) 050.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[31]
    Die Insel auf dem Bielersee.

    An Rousseau’s Schatten.

Wo Wogen das liebliche Eiland umziehn,
     Da sitz ich hoch über dem Felsen im Grün,
          Und höre, mit schmachtendem Sehnen,
               Die Fluten vertönen!

5
Von ferneher rauschen, mir tief aus dem See

     Erschallend, empor in die luftige Höh’,
          Verdoppelte dumpfige Schläge
               Ans Ufergehege!

[32] Umschwebt nicht im West, der das Eichenblatt beugt,

10
     Dein klagender Schatten, ätherisch und leicht,

          Die vormals geliebten Gefilde
               Mit himmlischer Milde?

Dort, hoch aus dem silberumflossenen Blau,
     O senke dich nieder, wie kühlender Thau;

15
          Verkünde der traurigen Müden

               Elysischen Frieden!

Du kanntest dies Sehnen, du kanntest den Schmerz,
     Der schwer mir belastet das einsame Herz!
          Nun schöpfst du am Strome der Klarheit

20
               Unsterbliche Wahrheit!


Stets glaubend, stillhoffend und liebend wie Du,
     Ach! find’ ich im Schoosse der Nacht erst die Ruh’,
          Entschwebend dem moosigen Hügel
               Mit stralendem Flügel?