Textdaten
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Autor: Ernst Deecke
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Titel: Die Hansa
Untertitel:
aus: Lübische Geschichten und Sagen, S. 53–55
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Carl Boldemann
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Erscheinungsort: Lübeck
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Quelle: Google, Commons
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30. Die Hansa.

Nachdem der Lübsche Burgemeister Alexander von Soltwedel die drei Königreiche Dänemark, Schweden und Norwegen bezwungen (wie denn auf seinem Leichstein zu S. Marien die 3 Kronen eingehauen stehn): hat er im Jahr 1241 den alten, berühmten Hansabund gestiftet, um die Straßen zu Wasser und zu Lande von den verwegenen Dieben und Räubern zu reinigen, und mit gewappneter Hand die Feinde des Reichs zu dämpfen. Und hat mit denen zu Hamburg Raths gehalten, die am ersten dazu gewilligt; auch mit den Wendischen; und sind danach zu Lübeck Verordnete von 125 angesehenen Städten zusammen gewesen. Da ist folgendes ordiniert:

Daß Lübeck sein sollte das oberste Haupt über die Städte; Danzig der Orator oder Kanzler, dazu die osterschen Städte gelegt; Braunschweig der Curator oder Marschalk, samt den sächsischen Städten; Cöln der Kämmerer oder Rentemeister mit den Westerschen. Die wendischen Städte aber, und der Hansa Tambour und Pfeiffer sollten bei Lübeck sein.

Und haben ferner vier Handelsstädte zu Contoren ernannt, mit Kaufmannschaft zu Wasser und zu Lande [54] dahin zu handeln. Das erste haben sie zu Brügge in Flandern gelegt; da sollte Gold und Silber, Edelgestein, Sammit und Seide erhandelt und verwechselt werden. Das andere legten sie zu London in England, wegen des Lakens oder Tuchs. Das dritte zu Naugarden (Novgorod) in Reußland, daß sie daher Pelterei, als Zobeln, Marder, Biber, Grauwerk, ingleichen Flachs, Wachs, Tallig, Ochsen- und Kuhhäute und Reußisches Leder holeten. Endlich das vierte zu Notau in Norwegen, das besserhin, wegen der Seeräuber nach Bergen gelegt ist. Dahin sollte man Bier und Brot, Malz und Mehl, geringes Tuch und Schuhe und Leinwand bringen; und Hering und Rotscheer, Lachs und Thran und Stockfisch wieder holen.

Und als dies Regiment allenthalben wohl bestellt war, lobeten und preiseten sie Gott einmüthig und zogen von dannen.


Aber weiterhin hat der moskowitische Bär die inländischen Kälber greulich genug gefressen; so hat auch auf der anderen Seite der polnische Wolf die preußischen Lämmer trefflich bewacht und fleißig im Busch auf sie gelauert; der hispanische Fuchs aber hat die westerschen Gänse auch ziemlich wohl gerupft; ja der Leue hat oft gesucht, wie er Lübeck und Hamburg packen möchte.

[55] Hie gilt es denn

Wenn wir’s auf’s beste greifen an,
So geht Gott selbst ein’ andre Bahn.


Sonst hat man auch etliche Jahre folgenden alten Spruch gehört:

Lübeck ein Kaufhaus,
Cöln ein Weinhaus,
Braunschweig ein Zeughaus,
Danzig ein Kornhaus,
Hamburg ein Brauhaus,
Magdeburg ein Backhaus,
Rostock ein Malzhaus,
Lüneburg ein Salzhaus,
Stettin ein Fischhaus,
Halberstadt ein Frauenhaus,
Riga ein Hanf- und Butterhaus,
Reval ein Wachs- und Flachshaus,
Krakau ein Kupferhaus,
Wisby ein Pech- und Theerhaus.

Bemerkungen

[389] S. 54 Rotscheer – geweichter Stockfisch.