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Textdaten
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Autor: Karl Kraus
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Titel: Heft Nr. 1
Untertitel:
aus: Die Fackel, Nr. 1
Herausgeber: Karl Kraus
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: Anfang April 1899
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Erscheinungsort: Wien
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
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Quelle: scans auf commons
Austrian Academy Corpus: AAC-FACKEL Online Version: »Die Fackel. Herausgeber: Karl Kraus, Wien 1899-1936«
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Fackel Kraus 1899 (1) Cover.jpg



[I] Nr. 1

Wien, Anfang April

1899

DIE FACKEL






HERAUSGEBER:


KARL KRAUS.


ERSCHEINT DREIMAL
IM MONAT.
PREIS 10 KR.

WIEN.


——— Nachdruck nur mit Angabe der Quelle »DIE FACKEL« erlaubt. ———


Fackel Kraus 1899 (1) Cover 2.jpg

[II]

DIE FACKEL

erscheint dreimal im Monate im Umfange von 16—24 Seiten.

Einzelne Nummern à 10 kr. sind in den meisten Tabaktrafiken und allen Buchhandlungen erhältlich.

BEZUGSPREIS
mit portofreier Zustellung:

für Österreich-Ungarn ...

jährlich fl. 3.—

für das Deutsche Reich ...

"      M. 6.—

für die Länder des Weltpostvereines ...

"      M. 7.—

Abonnement bis Ende December 1899:

für Österreich-Ungarn ...

fl. 2.25

für das Deutsche Reich ...

M. 4.50

für die Länder des Weltpostvereines ...

M. 5.25

Offene Reclamationen portofrei.
Man abonniert in allen Buchhandlungen und Zeitungsbureaux,
sowie bei der
Geschäftsstelle der »Fackel«:
Verlagsbuchdruckerei Moriz Frisch, Wien, I., Bauernmarkt 3.
Telephon Nr. 1633.
Im Auslande nehmen auch die Postanstalten Abonnements entgegen, u. zw. unter Nr. 1262 a des Zeitungsverzeichnisses der k. k. österreichischen Post.


INSERATE werden in der Geschäftsstelle der »Fackel« und bei allen in- und ausländischen Annoncenbureaux angenommen.
Preise: 1/1 Seite fl. 35.—, 1/2 Seite fl. 18.—, 1/4 Seite fl. 10.—. Bei grösseren Inseratenaufträgen
tritt eine entsprechende Preisermäßigung ein.
Zuschriften redactionellen Inhaltes sind an den Herausgeber der »Fackel«:


Karl Kraus, Wien, I., Maximilianstrasse 13


zu adressieren.






Fackel Kraus 1899 (1) 29.jpg

[29] Zweite Auflage!

Durch alle Buchhandlungen zu beziehen:


Die demolirte


LITTERATUR


von


KARL KRAUS



Wien 1897. Verlag von A. Bauer.

Preis 40 kr., portofrei 45 kr.






Fackel Kraus 1899 (1) 30.jpg

[30]

DIE DEMOLIERTE LITERATUR.
Von Karl Kraus. Mit einem Titelbild von Hans Schliessmann.

M. G. Conrad äußert sich im »Deutschen Dichterheim« über
»Die demolierte Literatur« folgendermaßen:

Die 36 Seiten kosten 40 kr. Sie sind das Geld wert. Man bringt mit Hilfe dieser geistvollen Parodierung der Wiener Café Griensteidl-Literatur wirklich das Unglaubliche fertig: die abgerackertsten Karrengäule im Triumphzug der decadenten Poseure erwecken nicht fade Unlustgefühle, sondern herzliches, gesundes Lachen. Die uns das anzuthun vermögen, allerdings erst durch die Zubereitung, die sie in der Küche des genial kaustischen Karl Kraus erfahren — verdienen wahrhaftig ein Denkmal. Und Vieles, was sich hier urwienerisch ausspricht, ist zugleich urmünchnerisch und urberlinerisch. Für den Kenner der letzten zehn Jahre Jung-Literatur verstärkt sich also der Eindruck aufs Erfreulichste. Diese biederen alten Knaben, die nie jung gewesen und nie zur Reife gekommen sind, eben weil sie keine Natur in sich hatten, sondern nur Moment-Witze und -Blitze, Umsturzprogramme, technische Wunder-Recepte und artistische Posen, die also mehr Théâtre variété denn Literatur im Leibe hatten — sie haben doch nicht umsonst gelebt und »Bewegung« gemacht. »Die demolierte Literatur« zeigt classisch, wie nutzbar und amusant sie sind.

»Berliner Fremdenblatt« (in einem Feuilleton): »Die demolierte Literatur« enthält eine gewaltige Summe von gesunder, witziger Satire, scharfer Beobachtung und wirklicher Menschenkenntnis; die Pointen sind messerscharf, ohne geklügelt zu sein, die Sprache selbst das eleganteste, makelloseste Deutsch, das der Autor mit der Bravour eines Künstlers zu meistern und für seine Zwecke zu verwenden weiß. Karl Kraus gehört momentan zu den bestgehassten Schriftstellern Jung-Wiens; nur muss man mich auch recht verstehen, gehasst wird er von denen, die er angegriffen hat: Mit der unbarmherzigen Geißel der Satire jagte er die Clique, die sich in der Literatur breit macht und sich gegenseitig in die Höhe poussieren will, von ihren bequemen Ruhe- und Plauderplätzchen auf. Manche Partien aus der »Demolierten Literatur« enthalten Aperçus, die zum Besten gehören, was Satire je geschaffen.......

In ähnlich günstigem Sinne sprechen sich aus: »Neue Freie Presse«, »Wiener Zeitung«, »Fremdenblatt«, »Wiener Tagblatt«, »Oesterreichische Volkszeitung«, »Neues Wiener Journal«, »Wiener Mode«, »Frankfurter Zeitung«, »Berliner Tageblatt«, »Berliner Börsencourier«, »Neue Hamburger Zeitung«, »Breslauer Zeitung«, »Berner Bund«, »Münchener Allgemeine Zeitung«, »Münchener Neueste Nachrichten«, »Münchener Generalanzeiger«, »Socialistische Monatshefte« (Berlin), Leipziger »Gesellschaft«, »Prager Tagblatt«, »Grazer Tagblatt«, »Linzer Montagspost«, »Oesterreichische Wochenschrift«, »Oesterreichische Beamtenwelt«, »Neue Armee-Zeitung« u. A.






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Fackel Kraus 1899 (1) 32.jpg

[31] Im Verlage von Moriz Frisch, Wien, I., Bauernmarkt Nr. 3, ist soeben in zweiter Auflage erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

EINE KRONE FÜR ZION.
SATIRISCHE STREITSCHRIFT
GEGEN DEN ZIONISMUS UND SEINE PROPHETEN.
VON
KARL KRAUS.
Preis 40 kr., mit portofreier Zusendung 45 kr.

Die beste Empfehlung des Büchleins liegt von Seite der zionistischen Presse vor, die es beschimpft, und von Seite der liberalen, die es todtgeschwiegen hat.

Ungemein günstig äußern sich über diese Satire: »Socialistische Monatshefte« (Berlin), »Ostdeutsche Rundschau«, Leipziger »Gesellschaft«, »Der Faun«, »Tam-Tam« (Chicago) u. A.

In der »Oesterreich. Wochenschrift« schreibt J. Saschar:

Das Büchlein, welches Karl Kraus unter diesem Titel soeben hat erscheinen lassen, hätten selbst Freunde und Verehrer seines satirischen Talentes ihm so fein und scharf nicht zugetraut. Es ist ganz ausgezeichnet, witzig und geschmackvoll und aus der deutschen Sprache herausgeschrieben. Die schneidige Eleganz dieser scharfen Feder hält sich immer in streng literarischen Formen. Kraus justificiert stets in Glacéhandschuhen und verbeugt sich quasi entschuldigend vor dem geehrten Herrn Delinquenten, als ob er selbst unendlich trostlos wäre. An Spitzer, dem »Wiener Spaziergänger«, hat er sich zuerst herangebildet. Heut’ ist er über dieses erste Vorbild bereits hinaus und man wird ihn schon an einem größeren Maße, an Ludwig Börne, messen müssen, der auch einmal als ein gefährlicher und unerbittlicher Widerpart gefürchtet war. Auch bei Kraus steigt das Pathos aus der Ironie heraus! Seine Sittlichkeit ist, wie die des Löb Baruch, aus Wahrhaftigkeit und Grundgescheitheit zusammengesetzt. Mit stillen sachten Wendungen beschleicht er seine Opfer. Er ist kein witzhaschender Silbentäuschler mehr und kein Jongleur mit leeren Wortbällen. Über diese Exposition seines Talentes ist er bereits hinüber. Eine echte satirische Begabung ergeht sich diesmal wieder auf ergiebigem Felde. Wer gerne lacht, wird reichlich auf seine Kosten kommen. Denen, über die gelacht wird, kann die Sache freilich nur als ein ungeheuerlicher Frevel erscheinen. Doch das liegt schon einmal so im Wesen der Satire. Maupertuis hat sich vermuthlich auch am »Akakia« des Voltaire nicht sonderlich [32] ergötzt, Wood die Tuchmacher-Briefe des Swift nicht besonders anregend gefunden, und Menzel zählte keineswegs zu den Bewunderern der satirischen Meisterleistung Börnes, des »Franzosenfressers«. Das ist ja schließlich Alles nur ganz selbstverständlich! Den Angegriffenen thut es ja sehr weh’, ihre Schwächen und Lächerlichkeiten der öffentlichen Heiterkeit erbarmungslos preisgegeben zu sehen. Und Karl Kraus bringt schon den richtigen Blick und Spürsinn für derlei mit. Urernst nimmt er Phrase um Phrase unter sein Vergrösserungsglas. Schon sein famoser Erstling: »Die demolierte Literatur«, zog ihm eine Menge Feindschaften zu von all’ denen, deren Eitelkeiten er verletzt hatte, und es waren ihrer nicht wenige. Nun hat er sich redlich Mühe gegeben, ihre Zahl beträchtlich zu steigern. Sein neues Opus wird ein gleiches Schicksal haben, wie das erste. Aber Jedermann wird es doch gelesen haben wollen. Das ist eine Art Trost. Und die lustigen Worte, deren es ganz köstliche gibt, werden geflügelt in die Welt hinausflattern:

»Die unduldsamen Märtyrer« — »die zum Eintritt in das neue Ghetto berechtigenden gelben Flecke« (Bestätigung des für zionistische Zwecke gezahlten Schekels) — »die staatenbildende feuilletonistische Begabung Herzls« — das wären so einige. Geradezu köstlich in seiner sachten Ironie ist der Satz: »Wenn man so endlich die erwünschte nationale Cultur hat, wird man sie nur noch organisch aus der Vergangenheit herauswachsen lassen müssen.« Nur noch — o, Kleinigkeit! Jüdische Helden thun Noth, aber »mit der Aufstellung eines Feuerofens zur Erzeugung von Makkabäern ist nicht gedient …« »Hinaus mit den Juden!« erschallt das antisemitische Wuthgeheule und — »Jawohl, hinaus mit uns!« schallt der Ruf zurück. Die assimilierte Natur ist auch so eine reizende Kraus’sche Erfindung mit ihrem »mauschelnden« Bächlein und dem jüdischen Echo, das mit einer — Frage antwortet. Die israelitische Jung-Aristokratie kommt übel weg. »Sie haben sich mit ihren arischen Sportgenossen zu innerer Leere und zu einer Aristokratie der Fingernägel gefunden …« »Schüttelt den Salzgriesgram von Eurer Stirn,« ruft er den Mühseligen und Beladenen zu. » … Blicket nicht sehnsüchtig nach dem Lande, in das man Euch führen will — denn dieses ist das Land Uz! …«

Das Buch ist so meisterhaft gemacht und so überaus lustig, dass es auch den Zionisten, jedem für sich im stillen Kämmerlein, gefallen mag, wenn es auch gegen die Partei als solche gerichtet erscheint. Öffentlich wird natürlich darüber der Stab gebrochen werden müssen, als einer gar ketzerischen, des Verbrennens überaus würdigen Schrift. Es waren aber nicht immer die schlechtesten Bücher, die auf den Index gesetzt worden sind, und Karl Kraus hat sich ja schließlich doch nichts anderes davon erwarten können. Aber wer eine Krone übrig hat für Zion, gehe hin und gebe sie — für das famose Libell, und hat er eine Bücherei daheim, so stelle er getrost das grüne Heftchen zwischen den »Doctor Akakia« von Voltaire und »Menzel, den Franzosenfresser« von Ludwig Börne; denn da gehört es hin.






Fackel Kraus 1899 (1) Cover 3.jpg

[III] Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaction keine Verantwortung

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Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Karl Kraus. Druck von Moriz Frisch, Wien, I., Bauernmarkt 3.