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Textdaten
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Autor: E. L.
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Titel: Die ältesten Hinterlader Europas
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aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 750
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[750] Die ältesten Hinterlader Europas. Es ist eine geschichtlich feststehende Thatsache, daß schon im Jahre 1331 die Spanier und die Mauren in ihren gegenseitigen Kämpfen Kanonen gebrauchten und daß diese Geschütze in der furchtbaren Schlacht am Salado und bei der Eroberung von Algesiras den Ausschlag gaben. Nicht allgemein dürfte es jedoch bekannt sein, daß auf der iberischen Halbinsel schon im fünfzehnten Jahrhundert Hinterlader existirten, und für den deutschen Leser ist es vielleicht ganz neu, daß Mexico im Jahre 1520 von Cortez mit Hinterladern erobert wurde. Während der „Trauernacht“ wurden die Anahuacaner in der That durch Hinterlader erschreckt, die Schlacht von Otumba wurde durch solche Geschütze entschieden. Eine dieser Kanonen befindet sich jetzt im Besitze der amerikanischen Regierung; dieselbe wurde 1847 von den Amerikanern in Mexico erobert. Das interessante Geschütz ist aus Messing und ungefähr drei Fuß lang mit einer Seele von etwa zwei und einem halben Zoll Durchmesser. An der Stelle des Zündloches befindet sich eine acht Zoll lange und etwa drei Zoll breite Oeffnung, in welche ein Einsatz paßt, der auf den ersten Blick einem Bügeleisen ähnlich sieht. Hebt man diesen Einsatz heraus, so gewahrt man freilich, daß derselbe unten rund und hohl ist und genau in das Rohr paßt. Dieser Einsatz wurde augenscheinlich mit einer präparirten Patrone geladen und, nachdem er in das Rohr eingefügt, durch einen Bolzen befestigt. Die Kanone ruht auf einer einfachen noch wohlerhaltenen Lafette ohne Räder und wurde durch einen verschiebbaren Keil gerichtet. Auf dem Rohre befindet sich das Wappen von Castilien und die Notiz, daß das Geschütz im Jahre 1490 in Barcelona gegossen worden ist.

E. L.