Der spukhafte Mönchskopf zu Chemnitz und Dresden

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der spukhafte Mönchskopf zu Chemnitz und Dresden
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 407-408
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
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[407]
469) Der spukhafte Mönchskopf zu Chemnitz und Dresden.
Iccander a. a. O. CXLV. Couv. S. 15 sq.

In der Stadt Chemnitz bei dem sogenannten Kloster in [408] der Vorwerksstube war noch vor nicht gar langer Zeit ein Mönchskopf zu sehen, auf dem, so oft man die Stube reparirte, allemal ein Groschen Geld liegen gefunden ward. Dieser Kopf war aber sehr empfindlich, wenn Jemand mit ihm Kurzweil treiben wollte. So ist einmal ein Steinmetzgeselle nach Chemnitz gekommen, und weil er Vieles von diesem Kopf gehört, hat er ihn sehen wollen. Als er nun dessen altes, zorniges Gesicht genau betrachtet, hat er es nachzumachen und überall auszuspotten sich viele Mühe gegeben. So ist es geschehen, daß er mit einer Gesellschaft von Kameraden einmal nach Hause ging, da kam ihm ein Bedürfniß an, und als unterdessen seine Reisegefährten weiter gingen, ist er, wie er später aussagte, von einem Mönch in einen mit Eis bedeckten Teich – es war gerade Winterszeit – geworfen worden, und hat ihn derselbe dermaßen geängstigt, daß, als seine Kameraden, die wieder umkehrten, ihn suchten, sie ihn winselnd und fast vor Schrecken stumm antrafen, für todt herauszogen und so nach Hause brachten. Sein Mund war ihm dergestalt der Quere gezogen, daß er über ein halbes Jahr zubrachte, ehe er wieder gesund ward, auch in der Kirche für ihn gebetet ward.

Noch im ersten Viertel des vorigen Jahrhunderts hat an einem gewissen Ort zu Dresden in einer Mauer ein Männchen gestanden, welches Alle, die es vexirt, mit Ohrfeigen regalirte, bis ein neuer Besitzer des Hauses es durch Maurer, die nichts davon wußten, ohne Gefahr abheben und in ein anderes Haus tragen ließ, wo es dann weder den Arbeitern, noch dem Hausherrn etwas zu Leide that.