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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der letzte Bischof von Meißen
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 69-70
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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64) Der letzte Bischof von Meißen.
Fiedler, Mügelnsche Chronik. Leipzig 1709. 4. S. 133 sq.

Den 26. Mai 1595 ist zu Mügeln auf Schloß Rügethal Johann IX., der 46. und letzte Bischoff zu Meißen, aus dem Geschlechte derer zu Haugwitz, verstorben, seines Alters 71 Jahr alt. Weil dieser Bischof nach dem Passauer Vertrag zum lutherischen Glauben übergetreten, als ein Geistlicher sich in den Stand der Ehe begeben und noch dazu seine Pathe, die er aus der Taufe gehoben, geehlicht hat, hat man von ihm gesagt, er habe drei Sünden gethan, die ihm kein [70] Papst zu Rom in alle Ewigkeit vergeben werde. Bei seinem Tode hat sich folgendes Wunder begeben. Es war hell und klar am Himmel und es wehte eine liebliche und sanfte Maienluft, da erhob sich plötzlich ein so ungestümer und reißender Wind, daß man meinte, er werde Alles über den Haufen werfen. Am Rathhaus zu Mügeln war aber mit Nägeln und Klammern ein Schild festgemacht, an dem das meißnische bischöffliche Wappen angemalt war. Diese Tafel hat der Wind abgerissen und mit großem Krachen auf den Markt herabgeworfen, und sobald dieß geschehen, hat sich der Wind gelegt und ist wie zuvor Alles hell und still geworden, auch hat man nicht erfahren, daß der Wind dieses Mal noch das Geringste zerrissen oder beschädigt hätte. Zu selbiger Stund aber ist die Nachricht gekommen, daß der Bischof verschieden sei, und hat Jedermann geschlossen, das Herabfallen des bischöfflichen Wappens habe des Bischoffs Tod bedeutet, und daß dieser der letzte Bischoff von Meißen gewesen sei.