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Titel: Der alte und der neue Fleisch-Markt
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aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 89–91
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Londons Viehmarkt und Schlachthof
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Londoner Lebens- und Verkehrs-Bilder.
Der alte und der neue Fleisch-Markt.

Die Bewohner der englischen Metropolis haben feierlich von einem ihrer ältesten und familiärsten Freunde auf ewig Abschied genommen. Sein Ruhm, seine Schönheit, sein Unentbehrlichkeit waren anerkannt und bekannt in der ganzen Welt seit einem vollen halben Tausend von Jahren. Smithfield-Market ist nicht mehr. Er starb an der Geburt eines neuen Vieh- und Fleischmarktes für drei Millionen der größten Cariavoren unter den Menschen, für deren Fleischvertilgungsvirtuosität uns in statistischen Zahlen wahrhaft grandiose Beweise vorliegen. So groß und schön und modern vollkommen auch der neue Opferaltar ist, der alte Markt ist und bleibt doch ein historisch-klassischer Boden für die Kulturgeschichte Englands. Der häßlichste aller Plätze Londons wurde schon im 11. Jahrhundert dem Kloster St. Bartholome als ein Meß-Platz monopolisirt. Eduard III. privilegirte die Corporation der City für einen Viehmarkt auf demselben Platze mit der Bestimmung, daß sieben Meilen ringsum kein anderer Viehmarkt gehalten werden dürfe. So wuchsen Messe und Markt als zwei Monopole nebeneinander auf und blühten und freuten sich ihrer Kraft gegen alle Reformen und Neuerungen volle fünf Jahrhunderte. Unlängst starb die Bartholome-Messe und der Markt, Philemon ohne Baucis, folgte ihr letzte Weihnachten nach.

Die Gartenlaube (1855) b 089.jpg

Der neue Vieh- und Fleisch-Markt in London.

Da Smithfield-Market keine Geschichte hat, außer daß er sich gegen alle Vernunft und Menschenvermehrung stets seinen siebenmeiligen Umkreis als Monopol zu erhalten wußte, können wir leicht über diesen Stoff wegschreiten.

Neuerdings mußten im Durchschnitt jährlich 400,000 Rinder, 1,400,000 Schafe und eine verhältnißmäßige Zahl von Kälbern, Schweinen und Lämmern in dieses Monopol getrieben werden, um sich das Recht zu erwerben, ihre Eigenthümer zu wechseln und unter deren Händen für England zu sterben. Das war eine Kunst, die an Hexerei grenzte, besonders an dem „großen Tage,“ d. h. dem letzten Montage vor Weihnachten, wo auf diesem Platze, der kaum halb so groß ist, als der Krystall-Palast von Sydenham, alle die ungeheuern Fleischmassen, welche London braucht, um sich Weihnachten „comfortable“ zu machen, binnen wenig Stunden lebendig hineingetrieben, verkauft und durch unendliche Labyrinthe von Straßen, Wagen und Menschen wieder hinausgetrieben werden mußten. Voriges Jahr handelte es sich an diesem Platze, an diesem Tage, in wenigen Vormittagsstunden, um beinahe 6000 Stück Rinder, 35,000 Schafe und verhältnißmäßig viel Kälber, Lämmer und Schweine. Die Scenen, welche die Nächte jedes londoner Sonntags ausfüllen, damit der graue Montagmorgen beinahe drei Millionen fleischenthusiastische Menschen auf acht Tage mit Fleisch versehe, gehörten bisher zu den seltsamsten und entsetzlichsten, die man in unserm unromantischen Jahrhunderte irgendwo auftreiben könnte.

Dampfschiffe von Rotterdam, Hamburg und dänischen Häfen, von Berwick, Leith, Dundee, Aberdeen und Inverneß in Schottland, Eisenbahnen von den nördlichen und mittleren Districten, besondere Treiber zu Fuße aus der Nachbarschaft bilden jeden Sonntag Abend eine wahre Belagerungsarmee um London, um nach Mitternacht von allen Seiten zugleich einzudringen und sich in das furchtbarste Labyrinth von Schmutz, Nebel, Fackeln, Flüchen, Hundegebell, von quiekenden Schweinen, brüllenden Ochsen, blökenden Kälbern und Schafen, von Peitschengeknall, Knüttelregen, und riesigen, schmutzigen, wilden und barbarischen Menschen so fest in einander zu wirren und drängen, daß nur die feisten, athletischsten Fleischer, die von allen Seiten in ihren Einspännern durch die Nacht herbeieilen, sich mit ihren eingesalbten Kleidern und urweltlich starken Knochen hineindrängen können, ohne zermalmt zu werden.

Philosophie, Mathematik und Chemie haben manche uralte Mysterien der Natur und des Lebens gelöst, aber kein Hegel, Newton, kein Liebig sind im Stande, zu erklären, wie Vieh und Menschen, Fackeln und Schmutz, Hunde und Peitschen und Knüttel es anfangen, um bis Mittag ein Uhr alle mit heiler Haut davon zu kommen und den Smithfield-Markt wieder auf acht Tage in eine schmutzige Einöde zu verwandeln, auf welche krumme, lahme, in Gedanken und Schmutz versunkene Häuser trostlos auf ein Labyrinth von Stacketen und Tabak rauchende, einsam feilhaltende Irländerinnen [90] herablicken. Es ist Gesetz, Uebung, Routine, Sitte und Gewohnheit in diesem Chaos. Die Smithfield-Treiber sind eine eigene Sorte von Wesen (man kann kaum sagen: Menschen). Sie zerfallen in zwei ganz verschiedene Species: „Die Verkaufsmann-Treiber und die Fleischertreiber.“ Erstere beschäftigen sich ausschließlich damit, das Vieh ein-, letztere es auszutreiben vom Marktplatze und aus dessen verschiedenen Verschlägen. Die Verkaufsmänner sind eine dritte Species von Wesen, die sonst nirgends unter der Gattung Mensch vorkommt. Nach dem Markte verschwinden sie jedesmal von der Erde, um nächste Mitternacht von Sonntag zum Montag wieder zu erscheinen. Sie haben weder Vieh, noch Laden, noch Haus, noch Weib und Kind und existiren blos während ihres Geschäfts. Sie kennen alle Viehmäster und Lieferanten des Königreichs und alle Fleischer Londons auf’s Haar, und Verkäufer und Käufer wagen nie, mit einander Bekanntschaft oder wohl gar ein Geschäft zu machen, ohne diese höheren Wesen in die Mitte zu stellen. Der Verkäufer giebt mit Freuden seine halbe Krone auf jedes Stück Rind an den Verkaufsmann (sales-man), da frühere Erfahrungen lehren, daß er durch unmittelbaren Verkauf an den Fleischer immer drei Mal so viel einbüßt, als ihm die allwissende Mittelsperson kostet.

Auch der Smithfield-Banquier ist eine seltsame Figur, die dem Uneingeweihten eben so überflüssig erscheint, als der Salesman, da man laienhaft meinen könnte, es wäre vernünftiger und einfacher, daß der Fleischer unmittelbar an den Verkäufer zahlte. Der Smithfield-Banquier nimmt den Betrag des Geldes, wofür der Fleischer gekauft hat, von Letzterem in Empfang, um es nicht etwa an den Verkäufer, den Salesman, sondern an den wahren Eigenthümer zu zahlen. Der Eigenthümer oder wahre Verkäufer, oft tief im Lande oder gar außer Landes, consignirt seine Waare an seinen Banquier, der ihm Sicherheit gewährt. Für diese bezahlt er gern die ziemlich beträchtlichen Gebühren. Nach abgeschlossenem Verkaufe übergiebt der Salesman den „Aus-Treibern“ die bestimmte, oft unter Tausende dicht eingepferchte, lebendige Waare, auf welchen Akt die zottigen, schmutzigen Hunde mit brennender Leidenschaft scharf aufpassen. So wie die Treiber nun anpacken, wirklich anpacken, denn sie scheinen zum Theil, wie Milo von Kroton, den fettesten Ochsen nicht nur bei den Hörnern ziehen, sondern ihn auch tragen zu können, springen die Hunde mit wahrer Strategie pfeilschnell umher, um immer an der richtigen Stelle anzubeißen, so daß Hunde und Menschen von Fach und Wissenschaft sich vereinigen, wahre Wunder zu vollbringen. Aus Tausenden, vielen Tausenden dichtgedrängter, verduzter Thiere 10, 20–30 gleichsam anatomisch heraus zu präpariren und sie dann durch Straßenlabyrinthe, in denen sich nicht selten alle Arten von Fuhrwerken zu Hunderten mit Pferden, Ochsen und Schafen zu unentwirrbaren Knäueln verschlingen, in die verschiedenen Schlachthäuser zu treiben, das sind auch Heldenthaten, das ist auch Kunst, auch ein Wunder menschlichen Genies, das in dieser Sphäre nur deshalb noch keinen Homer gefunden haben mag, weil die Poeten vor menschlichen Schlachten nicht bis zu den Schlächtern und ihren Treibern kommen können.

Nur noch als niedliche Notiz, daß von den Smithfieldbanquiers mancher an einem einzigen Montage 40,000 Pfund Sterling oder 270,000 Thaler empfängt und die Fleischer im Durchschnitt etwa 8 Millionen Pfund oder gegen 56 Millionen Thaler jährlich an diese Banquiers zahlen, um sich dafür von den Bewohnern Londons zwischen 80 und 90 Millionen Thaler wiedergeben zu lassen. Die Londoner verzehren das ganze preußische Militärbudget beinahe doppelt blos für Fleisch, ohne Rücksicht auf Wild, Geflügel, Fische, Austern, geräucherte oder eingemachte importirte Fleischfasern, ohne Rücksicht auf Eier, Speck, Schinken und Würste, die schiffladungsweise in den Magen Londons gefahren werden. London allein giebt so viel aus, um seinen Appetit auf Fleisch zu befriedigen, daß man eine ganze preußische Armee in dreifacher Verstärkung mit allen ihren Bedürfnissen davon befriedigen könnte. Und dabei giebt es noch ziemlich zahlreiche Vereine von „Vegetarians“, die blos Vegetabilien essen, und sich eidlich verpflichtet haben, nie Fleisch über ihre Lippen zu bringen.

Es ist bekannt, daß man seit Jahren an dem Sturze des monopolisirten Smithfieldmarktes arbeitete, ohne der mächtigen, reichen City-Corporation beikommen zu können, obgleich jeden Sonntag Abend bis jeden Montag Nachmittag das Uebel hunderttausendstimmig gen Himmel schrie. In England muß immer erst die Noth am Größten werden, ehe die Hülfe am Nächsten ist. Es ist eins der reformfeindlichsten Länder. Die Engländer sind das mittelalterlichste Volk der Erde, wo jede Reform mächtige, reiche, alte Privilegien und Vorrechte verletzt. Da nun die Reichen, Priviligirten und Bevorrechteten regieren, lassen sie Uebelstände ruhig Jahre, Jahrzehende und Jahrhunderte lang gen Himmel schreien und sich nicht eher rühren, als bis sie Fortissimo und Tutti auch auf der Erde im Verein mit den Steinen schreien. Erst im Jahre 1835 wagte das Parlament an dem 500jährigen Smithfield-Markt-Monopole zu rütteln. Es erlaubte den Verkauf von Vieh unter Umständen auch an andern Orten. In Folge davon riskirte ein steinreicher Engländer, Perkins, mehrere hunderttausend Pfunde zur Begründung eines neuen Londoner Viehmarktes im Norden der Stadt (Islington). Es entstand eine ganze Stadt mit einer Mauer, die 15 Morgen Landes und Gehege und Wohnungen für 8000 Rinder und 50,000 Schafe einschloß. Schöne Lage, schöne Einrichtungen, Reinlichkeit für Menschen und Thiere – Alles vereinigte sich hier, um zu großen Hoffnungen zu berechtigen. Aber die City-Corporation hat Geld und Einfluß. Nach sieben Monaten war der neue Markt mausetodt, da sich weder Vieh noch Menschen dort einfanden. Erst eine Parlamentsakte von 1851 traf die „alte Gerechtigkeit“ in’s Herz. Die Parlamentsakte befahl der Corporation gewisse Reformen binnen sechs Monaten; seien diese dann nicht fertig, sollten fünf Personen zu einem „Metropolitan-Viehmarkt-Comitee“ zusammentreten und Viehmärkte, Fleischmärkte, Viehherbergen, Läden u. s. w. schaffen und für bestimmte Preise jährlich vermiethen. Zu gleicher Zeit würde der alte Smithfield-Marktplatz zum „Nationaleigenthum“ erhoben werden, so daß die City-Corporation keinen Pfennig mehr durch ihn einnehmen würde. Die Corporation arbeitete und wartete bis zur letzten Stunde der ihr gestellten Frist, immer hoffend, daß Hülfe vom Himmel oder aus der Unterwelt kommen könnte. Aber der rettende Deus ex machina blieb aus, und so sprang endlich die 500 Jahre lang unterdrückte Reform wie eine geharnischte Pallas Athene aus dem harten Schädel der City-Obrigkeit, und schuf einen neuen Markt, den die alte Göttin der Weisheit selbst für eine Schöpfung halten würde, die über allen ihren Witz, den sie jemals in Athen entwickelte, hinausgeht.

Der neue Markt ist ein modernes Kulturwunder, wie der Krystall-Palast. Ueber Islington oben, von Ferne und Außen angesehen, erscheint er wie eine ganze Festung mit Vorstädten, die in Palast- und Straßenreihen hervorspringen. Während des Sommers arbeiteten eine Zeit lang nicht weniger als 6000 Menschen und unzählige Pferde und Pferdekräfte in Dampfmaschinen in der ehemaligen Oede um Kopenhagen-House (einer Taverne) unter der Leitung eines besondern „Markt-Vervollkommnungs-Comittee’s“. Der neue Marktplatz umfaßt 75 Morgen, das Zwölffache des alten. Innerhalb desselben ist ein Centrum von 15 Morgen regelmäßig abgetheilt, und von einem gläsernen Dache gegen die Intervention der Regenwolken geschützt, deren Niederschlag nicht einmal vom Dache tröpfeln kann, da er innerhalb der schlanken eisernen Säulen unter die Erde abgeleitet wird. Im Centrum dieses Centrums thront das Allerheiligste zwölfwändig, um den zwölf Banquiers als Bureaux zu dienen. Auf diesem Allerheiligsten erhebt sich ein achtkantiger Thurm mit glänzender Uhr und hellklingender, heiterer Glocke, die zwölfseitige Andacht unten weit und breit der profanen Menge zu verkündigen. Die Schlachthäuser innerhalb der äußersten Mauer zerfallen in öffentliche und private. Erstere stehen Personen, die ihr gekauftes Fleisch selbst schlachten wollen, zu Diensten, letztere werden an professionelle Schlächter vermiethet, die für Fleischer arbeiten. Die Lagerstätten und Herbergen für das Vieh, vor oder nach dem Markte, sind ungemein zahlreich und wunderschön eingerichtet. Alle sind gut mit Schiefer gedeckt und mit geglasten, wasserdichten Steinen gepflastert. Wassertröge und Heukrippen sehen ganz künstlerisch aus. Für Ventilation und sonstigen Comfort der Thiere ist auf das Beste gesorgt. Diese Herbergen bieten über 3000 Rindern und mehr als 100,000 Schafen, Schweinen, Kälbern und sonstigen eßbaren Vierfüßlern bequeme Schlafstellen.

Außerdem giebt es einen großen Häute- und Fleischmarkt und ein schönes, großes Etablissement zur Ausstellung von Ackerbau- und Viehzucht-Implementen. Das größte Wunder dabei ist erst in der Entwickelung, nämlich die direkte Zufuhr von allen fünfzehn Eisenbahnhöfen Londons auf Eisenschienen mit der Lokomotive. Die [91] Zweigbahnen und Verlängerungen, die jetzt von allen Seiten nach dieser neuen Lebensquelle für Menschen und Opferaltar für Millionen Thiere herbeieilen, setzen den Laien förmlich in Erstaunen. Nur über die Themse herüber, jenseits welcher einige sehr wichtige Bahnen münden, führt noch keine Eisenbahnbrücke. Aber auch diesem Mangel wird auf eine Staunen erregende Weise abgeholfen. Da nämlich London auf seinen 40 englischen Quadratmeilen längst nicht mehr Platz hat und städtische Eisenbahnen längst über die Häuser und Straßen hinlaufen, dabei aber in den Hauptstraßen die Wagen und Fuhrwerke sich alle Tage mehrmals festfahren, hat man beschlossen, theils über, theils unter den Hauptstraßen zur Verbindung aller wichtigen Plätze und der Eisenbahnhöfe eiserne Röhren mit doppelten Schienenwegen darin zu legen. Die Meisten derselben werden hoch über den Häusern hinlaufen mit vielen Stationen von Unten, von wo die Passagiere durch Häuser, die in Flaschenzügen rasch auf und abgehen, aufgenommen und abgesetzt werden. Dabei soll die Fahrt für die Person in den Wagen zweiter Klasse nur 1 Penny betragen. Dies sieht wie Schwindel, wie Luftschlösser aus; aber war der Tunnel vorher nicht auch eine Fabel? Gab es nicht ein allgemeines Hohngelächter durch die ganze civilisirte Welt, als Jemand zum ersten Male behauptete, man könne mit Dampf, statt mit Pferden von einem Orte zum andern fahren? Höhnte und spottete die weise Menschheit nicht wieder, als Jemand behauptete, man könne mit Dampf auf dem Wasser dem Wind direkt entgegen fahren? Und hielt sie dann den Mann, der zum ersten Male behauptete, man könne mit Dampf bis Amerika fahren, nicht für wahnsinnig? Erfinder und Entdecker und große Reformer werden jetzt zwar nicht mehr regulär verbrannt oder sonst zur Beruhigung der Menschheit umgebracht, aber von dieser Menschheit immer noch hübsch im Chor ausgelacht.

Mit dem Projecte aber, die Londoner durch Röhren mit Dampf zu leiten, hat es seine volle Richtigkeit und Nothwendigkeit, denn ohne daß es unter sich und über sich hinaus geht, hat London durchaus nicht mehr Platz und konnte es nicht mehr durch und vorwärts. Der neue Markt soll bis jetzt 2,450,000 Thaler kosten und ist gebaut worden. Die Eisenbahnen durch die Luft werden etwas mehr in Anspruch nehmen, aber nur, um das ganze Kapital vielleicht in einem Jahre wieder einzubringen, und zwar in der ungemein kostbaren Form von Zeit, deren realer Geldwerth nirgends höher geschätzt wird als in London.