Textdaten
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Autor: Johann Karl Christoph Nachtigal
unter dem Pseudonym Otmar
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Titel: Der Thomaspfennig
Untertitel: Oertliche Volks-Sagen auf der Nord-Seite des Harzes
aus: Volcks-Sagen, S. 205-222
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1800
Verlag: Wilmans
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Erscheinungsort: Bremen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung:
siehe auch Der Thomaspfennig, der Kuttenzins
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Der Thomaspfennig.

In der Nacht, welche dem 21sten December, oder dem Thomastage, vorhergeht, ist in Endorf, einem Amtsdorfe in der Grafschaft Mannsfeld, chursächsichen Antheils, ein nächtliches Volksfest, das aus einer Procession von Büssenden entstand, jetzt aber eine wilde lärmende Scene darstellt, welche an ein altes trazisches Bacchanal erinnert.

Etwa eine Meile von Endorf, und dem an jenes Fluren gränzende halberstädtische Städtchen Ermsleben, liegt, in einem von der Landstraße entfernten, und mit mehreren kleinen Gehölzen verdeckten Thal, das Dorf Stangerode, welches zu Alterode gerechnet wird, und jetzt etwa 400 Seelen in 78 Häusern zählt. – Dreizehn von diesen Häusern müssen, auf ewige Zeiten hinaus, jährlich den Thomas-Zins, auch Kutten-Zins genannt, an das Amt Arnstein zu Endorf, bezahlen. Dies geschieht mit folgenden Gebräuchen.

Den 20sten December, Abends um 8 Uhr, geht der Bauermeister von Stangerode, mit zween der Ortsbewohner, die alle Jahre wechseln, aus seinem Hause, zu dem ersten der dreizehn Häuser, auf welchen der Kutten-Zins liegt, und ruft:

„Gebt unsern Herren den Thomas-Pfennig, den Kutten-Zins!“

Dieser Ausruf wird vor jedem der dreizehn Häuser wiederholt. Jeder der Hausbesitzer steht dann schon vor seinem Hause, oder in der Hofthür, und giebt dem Bauermeister einen silbernen chursächsischen Pfennig. Ist der Zins erhoben, so geht der Zug, der sich allmählig verstärkt, durch das Dorf Stangerode hindurch; und fortwährend hört man den Ausruf: „Wir bringen unsern gnädigen Herren, den Thomas-Pfennig, den Thomas-Pfennig, den Kutten-Zins!“

So geht der Zug nach Endorf zu; nur mit dem Unterschied, daß auf dem einsamen Felde die Lungen gröstentheils für künftigen Gebrauch geschont werden. Zwischen 10 und 11 Uhr in der Nacht erreicht gewöhnlich der Zug Endorf, und die Hauptpersonen treten in einem Hause am äusersten Ende des Dorfs ab. Nun strömt, aus Endorf und den umliegenden sächsischen und preußischen Ortschaften, eine große Schaar theils lärmsüchtiger, theils neugieriger Theilnehmer und Zuschauer nach diesem Hause hin; und alle harren sehnend der Dinge, die da kommen sollen.

Gegen Mitternacht tritt der Stangeröder Bauermeister mit seinen Begleitern aus dem Hause. Und nun schreien Alle mit voller Stimme:

„Wir bringen unsern gnädigen Herren den Thomas-Pfennig, den Thomas-Pfennig, den Kuttenzins!“

So schreit der wilde, taumelnde Hause bei dem Zuge durch das ganze Dorf hindurch, ohne abzusetzen. Der Zug geht nach der Amts- oder Gerichts-Stube. Diese ist dann schon geöfnet, und der Justizamtmann steht da, um den Zins in Empfang zu nehmen, und einen Empfangsschein darüber auszufertigen.

Unterdeß vergrößert sich der Volkshause immer mehr. Der Bauermeister empfängt die Quittung und ein Trinkgeld (welches den Werth des jetzigen Zinses übersteigt) und hebt an zu rufen:

„Wir haben gebracht – unsern gnädigen Herren – den Thomas-Pfennig – den Thomas-Pfennig, – den Thomas-Pfennig – den Kuttenzins!“

Zahllose Stimmen schreien tausendmal dies nach. Und, unter dergleichen, nur von wildem Gelächter unterbrochnem, Geschrei geht der Zug zum Amthause heraus, und durch das Dorf Endorf hindurch. Die Abgeordneten von Stangerode kehren mit dem Empfangsschein nach Hause.

Von dem Entstehen dieser sonderbaren und jedem Beobachter auffalenden Sitte, bei der für unsre Zeiten gar kein Zusammenhang mit irgend einer weltbürgerlichen oder auch nur provinziel wichtigen Idee, gar kein Vortheil, weder auf Seiten der Gebenden, noch der Empfangenden, zu entdecken ist, finden sich keine schriftliche Nachweisungen (wenn sie nicht in irgend einem gräflich-mansfeldischen Archive vergraben liegen). Nur folgende Bemerkung steht in den Grund- und Lager-Büchern des Amts Endorf von 1688 und 1708: „Von Stangerode wird berichtet, wie auch in dem Erbenzinsregister zu finden, daß der Thomaspfennig, oder Kuttenzins, in sechs einzelen Pfennigen bestehend[1], am Sankt Thomas-Tage, früh

[210] vor Sonnen-Aufgang, überantwortet werden muß. Da aber solches nicht geschieht, so ist die Gemeinde daselbst, ihrem eignen hierüber gegebnen Berichte nach, schuldig, von jeder Minute, nach Aufgang der Sonne, dem Amte eine Tonne Heringe zur Strafe zu erlegen.“

Uns bleibt also zur Erklärung dieses Gebrauchs nichts übrig, als folgende Volks-Sage.


„Die Mönche auf Conradsburg[2]“ waren sehr wohl genährt, und hatten nichts zu arbeiten. Und so hatte der Böse freies Spiel unter ihnen. Zwar die Neuaufgenommenen im

Kloster wurden streng gehalten; auch mußten sie in den ersten Jahren, nach abgelegtem Gelübde, ihre Begierden unter der Ordensregel gefangen nehmen, wenigstens wenn sie bemerkt wurden. Aber, wenn sie allmählig zu gebietenden Herren heraufstiegen, und auf die Regierung ihres Klosters Einfluß bekamen, dann entschädigten sie sich für die langverwünschte Beschränkung. „Mit unserm Herrgott waren sie in einem Viertelstündchen fertig, und dann war der Tag ihre[3].“

Besonders befanden sich die, welche die sogenannten Außenhöfe[4] des Klosters verwalteten, oder denen die Einhebung der Erbenzinse und Lehnsgefälle aufgetragen war, in einer ihnen sehr behaglichen Lage. Sie lebten hier, nach ihrem Ausdruck, wie Freiherrn, und versagten sich keinen Wunsch. Eins ihrer Hauptgeschäfte war, hübsche Weiblein zu berücken. Bei sich aufdringenden Zweifeln waren sie ja Gebieter über Kirchenbußen und Absolution.

Unter diesen sich glücklich preisenden, nach Befinden der Umstände, bald gnädigen, bald gestrengen und hochgebietenden Herren, war auch Bruder Markus. Er hatte die Aufsicht über die weitläufigen Forstungen des Klosters, die sich mehrere Meilen hinaus erstreckten. Eins dieser Gehölze lag dicht bei Stangerode, und heißt noch jetzt: das Mönchenholz[5]. Da es ihm aber wahrscheinlich mehr um menschliche Gesellschaft, als um Gewächskunde zu thun war; so wußte er es, bei einer Abtswahl, dahin zu bringen, daß ihm auch die Einhebung der Zinsen in mehreren Ortschaften aufgetragen wurde, welches die Klausner als die bequemste Gelegenheit ansahen, sich Verbindungen von mancherlei Art zu verschaffen. So trieb Bruder Markus sein Wesen bald in diesem Hause, bald in jenem, je nachdem irgend ein weibliches Geschöpf, auf Wochen oder Monate, ihn anzog.

Unter seinen Liebschaften war auch das junge, rasche Weib eines Einwohners von Stangerode, mit Namen Hartung, dessen Haus an das Mönchenholz grenzte, und der alle Monate einige bestimmte Tage von Hause entfernt war, in denen er, für sich und für seine Nachbaren, von Halle Salz holte.

Hartung fand nach einiger Zeit seine Ilsabe ganz verändert. Sie, die sonst so arbeitsam und häuslich, und dabei immer vergnügt gewesen war, war jetzt bei der kleinsten Arbeit träge und verdrossen; sie, die ihren Mann immer mit warmem Händedruck empfangen, und ihm so theilnehmend den Schweiß von der Stirne gewischt hatte, kehrte ihm oft den Rücken zu, wenn er kam, und empfing und entließ ihn mit Murren. Schon entfielen ihr Klagen über ihr elendes Schicksal, über grobe Arbeiten, zu denen solche Hände nicht gemacht wären, und über Nichtschätzung ihrer Verdienste. Hartung starrte sein Weib an, verstand selten, was sie sagte, und konnte nicht errathen, woher ihr solche Gelehrsamkeit kam. Er schob die Schuld auf die Verführung einer Schlange; aber, daß sie ihm so nahe war, ahndete er nicht.

Bald verleidete Ilsabe ihrem Mann das Haus so, daß er sich nicht mehr um Weib, Kind und Wirthschaft bekümmerte, und auf den Feldern voll Unmuth umherirrte. Hier trafen den Einsamen einst sein Schwager Hiersche, und sein nächster Nachbar Probst. Anfangs wollte ihnen Hartung nicht zur Rede stehen. Aber sie, die längst schon, durch das Gerücht von einem blöckenden Gespenste, das aus dem Mönchenholz nach Hartungs Hofe zu gehe, aufmerksam gemacht, das Gespenst selbst beim Hereinschlüpfen in das Haus belauert hatten, sagten ihm gerade zu: „Der Hühneresser[6], Markus, sey Schuld an seinem Unglück!“

Sie erzählten ihm dann: daß sie schon zweimal, während seiner Reise nach Halle, einen Mönch auf Händen und Füßen kriechend, hinter Hartungs Scheure gesehen hätten; daß er hier, unter einem dickbelaubten Nußbaume so lange wie ein Kalb blöke, bis ihm Ilsabe durch nachgemachtes Hundegebell das Zeichen gebe, oder ihm die Hinterpforte des Hauses öfne. Probst sagte dabei: er habe Markus den Tod geschworen, weil er seinen beiden unverheiratheten Töchtern nachgehe, und der jüngsten gerade zu gesagt habe, daß er sie bald in seine Gewalt bekommen wolle. Lange wollte es Hartung nicht glauben, was seine Nachbaren gesehen und gehört hatten. Aber endlich schwur auch er Markus den Tod.

Den 20sten November rüstete sich Hartung zu einer neuen Reise, und erfuhr noch am Abend dieses Tages, daß sich Markus schon in dem Mönchenholz habe sehen lassen. Bald nach Mitternacht fuhr er von seinem Hofe. Aber kaum war er eine Stunde gefahren, als er, in einer ihm wohlbekannten Tiefe des Waldes bei Walbeck, seine Pferde angebunden stehen ließ, und zu seinen Nachbaren zurückkehrte, die schon auf der Lauer standen.

Bald hörten sie ein immer näher kommendes Blöken, und dann das beantwortende Hundegebell; und nicht lange nachher sahen sie, bei dem Dämmerlichte des Mondes, der durch Gewölk blickte, eine braune Gestalt auf Händen und Füßen, immer fort blökend, in Hartungs Haus kriechen. Nun gruben die drei Nachbaren, unter dem in einem Winkel des Hofes versteckten Nußbaum, ein Grab, und dann schlichen sie, in weiße Bettücher gehüllt, durch die nur angelehnte Hinterthür ins Haus, und in die schwach vom Monde erleuchtete Stube. Ilsabe lag wachend in ihrem Ehebett, und in ihren Armen schlief – Markus. Erschreckt durch die Geistergestalten, sprang sie aus dem Bett, und versteckte sich unter demselben. Ein Schlag von Hartungs Axt tödtete den Mönch. Er wurde, in der Kutte, unter dem Nußbaum beigescharrt.

Hartung eilte zu seinem Wagen, fuhr nach Halle, kam mit der gewöhnlichen Ladung zur bestimmten Zeit zurück, und fand keinen Verdacht gegen sich.

Zwar war Markus vermißt, und man hatte an mehreren Orten nach ihm gefragt. Denn, der ganze Convent zu Conradsburg sah’ auf ihn als das würdigste Subjekt zu der erledigten Würde eines Küchen- und Keller-Meisters, welche die nächste Anwartschaft auf die des Abtes gab. Inzwischen beruhigte man sich dort, bei seinem Nichterscheinen, durch hundert laut belachte Geschichten von seinen nächtlichen Streifzügen.

Aber, Stangerode war, seit dem dritten Tage nach Markus Ermordung, ein Ort des Schreckens und des Grausens. Nicht blos im Mönchenholze ging das blökende Ungethüm um, sondern es kam auch in die Häuser, und setzte sich auf Männer und Weiber. Einige Ortsbewohner, und mit ihnen auch Hartung und Ilsabe, verließen vor Schrecken ihre Häuser; andre liefen nach Conradsburg, um einen Geisterbanner zu holen.

Dieser kam, traf den bekutteten Geist um Mitternacht in dem Holze, und trieb ihn durch Weihwasser vor sich her. Aber, aus dem vom Nußbaum beschatteten Winkel war er nicht zu vertreiben. Nun kam, auf den abgestatteten Bericht, am Sankt Thomas-Tage der ganze Conradsburger Convent, in feierlicher Prozession, nach Stangerode. Man grub unter dem Nußbaum nach, und fand den erschlagenen Mönch, und neben ihm die blutende Axt. In aller Stille brachte man den Körper nach den Klostermauern zurück, wo er mit Sang und Klang begraben wurde.

Ganz Stangerode zitterte vor der Wuth der hochgebietenden Herren. Es fürchtete, nicht ohne Grund, mit Feuer und Schwerdt verwüstet, oder doch ins Interdickt gelegt zu werden. Aber, sey es, daß man in Conradsburg die genaue Untersuchung einer Geschichte scheute, die das tausendzüngige Gerücht schon zu weit ausgebreitet hatte, oder, daß der Thäter nicht zu entdecken war, oder, daß das Kloster auf die Ausfüllung eines leeren Plätzchens im Märtyrer- und Heiligen-Kalender, nach Jahrhunderten, spekulierte; kurz das Urtheil der diesmal nicht ganz ungnädigen Herren fiel dahin aus: „Auf ewige Zeiten sollte Stangerode, für den dort, an einem in Amtsgeschäften begrifnen Mönch, frevelhaft verübten Mord, einen Kuttenzins bezahlen, und zwar jedes der dreizehn Häuser (aus so vielen bestand damals der Ort) Einen silbernen Pfennig. Dieser Kuttenzins sollte alle Jahre, am Sankt Thomas-Tage, von der ganzen Stangeröder Gemeinde, bei nahmhafter Pön einer Tonne Heringe für jede versäumte Minute nach Sonnenaufgang, in einer feierlichen Buß-Procession, nach Conradsburg gebracht werden.“

Von diesem Thomas-Tage an erschien der Geist des erschlagenen Bruder Markus nicht mehr in menschlicher Gestalt, sondern entweder als Hund oder als Kalb. – Und noch jetzt läßt er sich zuweilen (doch der glaublosen Zeiten wegen, immer seltner) zwischen dem 20sten November und 20sten December, als Kalb oder Hund, im Mönchenholze sehen. Doch nur erleuchtete Geisterseher sehen ihn. Andre hören sein Blöken, mehrere aber fühlen seine Centnerschwere Last, wenn er sich auf ihre Schultern oder Hüften setzt, oder, als Alp, sie des Nachts auf ihrem Lager niederdruckt, so daß sie kaum zu athmen vermögen.


Dem Referenten sey hier ein kleiner Nachtrag zu dieser Volks-Sage erlaubt.

Diese Volks-Sage, wahrscheinlich aus dem funfzehnten Jahrhundert, unterscheidet sich auch dadurch von den meisten der ältern Volks-Sagen, welche die Namensbestimmungen selten ohne Veränderungen, welche in den verschiedenen Erzählungen oft bedeutende Verschiedenheiten veranlassen, erhalten haben, daß das Volk die Namen: „Hartung, Hiersche, Probst“ u. s. w. noch jetzt ausdrücklich bei der Erzählung, ohne Abänderung nennt; zum Beweis, daß hier ein wirkliches historisches Faktum zum Grunde liegt, das sich, bis zu kleinen Umständen, dem Gedächtniß fest eingedruckt hat.

Nur darin weichen die Erzähler der Volks-Sage von einander ab, daß einige den erschlagenen Mönch in der Kutte, andre ohne die Kutte verscharren lassen. Der Ausdruck „Kuttenzins“ der noch jetzt in den gerichtlichen Akten von der sonderbaren jährlichen Abgabe der Stangeröder Gemeinde gebraucht wird, hat übrigens von der Kutte, dem klösterlichen Obergewand, seinen Namen.

Noch behauptet eine erhaltene Volks-Sage: „wenn bei Abtragung des Kuttenzinses die Amtsstube nicht geöfnet wäre, so müste das Amt, zur Strafe, der Stangeröder Gemeinde eine ganz weiße Gluckhenne mit zwölf weißen Küchlein geben.“

Die Abgabe von dreizehn Pfennigen, die jetzt so unbedeutend scheint, war damals, als man für einige Pfennige ein Paar Schuh, eine Tonne Bier, einen Sack voll Getraide, kaufen konnte, damals, als baares Geld überhaupt selten, und in manchen Dörfern kaum zu sehen war, doch wahrscheinlich eine nicht ganz kleine Last; zumal, wenn, wie die Sage will, ehedem nur die selten vorkommenden Thomaspfennige angenommen wurden, die vielleicht erst mühsam aufgesucht, und mit hohem Aufgelde eingewechselt werden mußten.


  1. In den Rechnungen des Amts Endorf ist, so weit man sie hat auffinden können, der Thomas-Zins [210] jährlich mit sechs Pfennigen vereinnahmt. Einem uralten Herkommen nach behält der Bauermeister die andern sieben eingehobenen Pfennige für sich.
  2. Conradsburg, nahe bei Endorf und Ermsleben, in einer der schönsten und fruchtbarsten Gegenden Deutschlands, ist jetzt ein königlich-preußisches Domainen-Amt, war aber im Mittelalter der Sitz eines grossen Mönchsklosters.
  3. Ein Pröbchen der alten Klostersprache.
  4. Dergleichen Außenhöfe hatte das Kloster zu Conradsburg mehrere, unter andern, in Endorf. – Aus diesem Umstande erklärt man es, daß der Kuttenzins in Endorf entrichtet wird.
  5. Dieses Holz gehört jetzt der Kirche zu Alterode, welche Mutterkirche von Stangerode ist.
  6. So nennt das Volk in mehreren Gegenden Deutschlands diejenigen, welche die Erbenzinse, Rauchhühner u. s. w. einfordern.