Textdaten
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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Der Teufelsstein
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aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 480–481
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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[480]
Der Teufelsstein.

In dem Wald oberhalb St. Roman, nicht weit vom Städtchen Wolfach, begegnete einst der Teufel, welcher einen mächtigen Felsblock auf den Schultern trug, einem kleinen Mann, der ihn fragte, wo er mit dieser Last hin wolle? – „Den Schweinstall da unten mit diesem Stein zusammenschmeißen!“ antwortete der Böse, indem er auf das weiter unten am Berg gelegene Kirchlein von St. Roman hinwies. Der Mann sprach ihm zu, er solle doch vorerst seine Last ein wenig absetzen; allein [481] der Teufel weigerte sich dessen aus dem Grunde, weil er alsdann den Felsblock, dessen erstes Aufladen ihm ohnehin so schwer gefallen, nicht mehr in die Höhe würde bringen können. Durch das Versprechen des Männleins, ihm beim Wiederaufladen des Steins behülflich zu seyn, bewogen, setzte Herr Satanas endlich den Block auf den Boden nieder. Kaum war dies geschehen, so verschwand der kleine Mann, der Niemand anders als unser lieber Herrgott gewesen war, und der Teufel mußte nachher also den Stein, welchen er nicht mehr aufzulüpfen vermochte, da wo er ihn hingesetzt, hübsch liegen lassen.

Lange Zeit lag hier der Felsenblock, in welchen die Krallen des bösen Feindes eingedrückt sind, unangefochten, bis es endlich einem Steinhauer einfiel, ihn benutzen zu wollen. Trotz der Warnung der Leute, ja nichts mit dem Block vorzunehmen, sprengte der Steinhauer denselben mit Pulver in drei Stücke, wovon ihm aber eines an das rechte Bein geschleudert wurde und es zerschmetterte. Hierdurch gewitzigt, ließ er den Felsen fortan unberührt auf demselben Platze liegen, wo derselbe sich noch heutzutage befindet und unter dem Namen „Teufelsstein“ in der ganzen Gegend bekannt ist.[1]

(Nach mündlicher Ueberlieferung mitgetheilt von Bernhard Baader in Mone’s „Anzeiger für die Kunde der teutschen Vorzeit.“ Jahrg. 1837. S. 70.)

  1. Bei dieser uns ähnlichen Sagen muß bemerkt werde, wie wenig das Volk bedenkt, welche unwürdige Rollen es Gott darin spielen läßt!
    B. Baader.