Der Knabe (Gellert)

Textdaten
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Autor: Christian Fürchtegott Gellert
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Titel: Der Knabe
Untertitel:
aus: Sämmtliche Schriften. 1. Theil: Fabeln und Erzählungen, Zweytes Buch. S. 211
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1769
Verlag: M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck 1746/48
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[211]
Der Knabe.


Ein Knabe, der den fleißigen Papa,
Oft nach den Sternen gucken sah,
Wollt auch den Himmel kennen lernen.
Er blieb steif vor dem Sehrohr stehn,

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Und sah begierig nach den Sternen;

Allein er konnte nicht viel sehn.
Was heißt es denn, sprach drauf der Knabe,
Daß ich fast nichts erkennen kann?
Ha, ha, nun fällt mirs ein, was ich vergessen habe;

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Mein Vater fängt es anders an,

Er blinzt zuweilen zu, das hab ich nicht getan.
O bin ich nicht ein dummer Knabe!
Schon gut! Nun weiß ich, was ich thu:
Und hurtig hielt er sich die Augen beide zu,

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Und sah durchs Sehrohr nach den Sternen.

Der Narr! Was sah er denn? Das alles, was du siehst,
Wenn du, um durch die Schrift Gott deutlich sehn zu lernen,
Dir die Vernunft vorher entziehst.