Der Hund aus der Pfennigschenke (Bürger, 1778)

Textdaten
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Autor: Gottfried August Bürger
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Titel: Der Hund aus der Pfennigschenke
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 206–208
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1776
Erscheinungsdatum: 1778
Verlag: Johann Christian Dieterich
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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Indexseite
[206]
Der
Hund aus der Pfennigschenke.
Im Februar 1776.


     Es ging, was ernstes zu bestellen,
Ein Wandrer seinen stillen Gang,
Als auf ihn los ein Hund, mit Bellen,
Und Rasseln vieler Halsbandschellen,

5
Aus einer Pfennigschenke sprang.

Er, ohne Stok und Stein zu heben,
Noch sonst sich mit ihm abzugeben,
Hub ruhig weiter Fus und Stab,
Und Klifklaf lies vom Lärmen ab.

10
     Des Wegs kam auch, mit Rohr und Degen,

Flink, wolgemut, kek und verwegen,
Ein Herrchen Krauskopf herspaziert.
Klifklaf sezt an; und hochtuschirt

[207]

Hält von dem Hunde sich das Herrchen.

15
Und Herrchen Krauskopf ist ein Närrchen,

Fängt mit dem Klaffer Händel an,
Greift fix nach Steinen in die Runde,
Und schleudert, was es schleudern kan,
Und flucht und prügelt nach dem Hunde.

20
Der Köter knirscht in jeden Stein,

Zerrt bald an meines Herrchens Stocke,
Bald an dem Degen, bald am Rocke,
Beist endlich gar ihm in das Bein,
Und belt so wütig, daß mit Haufen

25
Die Nachbarn alle, gros und klein,

Zu Fenstern und zu Thüren laufen.
Die Buben klatschen und juchhein,
Und hezen gar noch oben drein.
Nun fing sich’s Herrchen an zu schämen,

30
Umsonst so sehr sich abzumühn.

Es muste sachtchen sich bequemen,
Um dem Halloh sich zu entziehn,

[208]

Wol fürbas seinen Weg zu nehmen,
Und einzustecken Hohn und Schmach.

35
Denn alle Strassenbuben gaften,

Und alle Klafkonsorten klaften
Noch weit zum Dorf hinaus ihm nach.

     Dies Fabelchen führt Gold im Munde:
Weicht aus dem Rezensentenhunde!