Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Herzog von Reichstadt
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 15, S. 256
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[249]
Die Gartenlaube (1881) b 249.jpg

Franz Josef Karl Herzog von Reichstadt
Nach der Orginalzeichnung Moritz Michael Daffinger’s
Auf Holz übertragen von Prof. S. l’Allemand in Wien.

[256] Der Herzog von Reichstadt. (Vergl. Abbildung, S. 249.) In dem jähen Sturze, welcher die beiden corsischen Kaiser auf dem französischen Throne ereilte, hat man wohl nicht mit Unrecht eine Strafe für die von ihnen verübte Vergewaltigung an der Freiheit der Völker erblickt, und auch in dem tragischen Ende der beiden einzigen Söhne dieser Machthaber lebt etwas von der Nemesis der Geschichte: sie gingen frühzeitig und ruhmlos zu Grunde, weil sie die schuldbeladene Erbschaft ihrer Väter angetreten hatten. Um sich als zukünftiger Kaiser in der Kriegskunst auszubilden, zog Prinz Louis Bonaparte mit englischen Eroberern gegen die Wilden Afrikas – in sein Verderben, und an gebrochenem Ehrgeiz, da er keine Aussicht auf den Kaiserthron hatte, welkte der Sprosse Napoleon’s des Ersten in früher Jugend dahin. Seine kurze Lebens- und Leidensgeschichte ist bekannt (vergl. „Gartenlaube“ 1859, Nr. 52), und nur als geschichtliche Curiosität führen wir unseren Lesern heute sein Portrait vor.

Man hat allgemein behauptet, der Sohn Napoleon’s sei ein schönes Kind mit blonden Haaren und blauen Augen gewesen, der seinem Großoheim, Joseph dem Zweiten, ähnlich gesehen habe; um diese augenscheinlich irrthümliche Meinung zu widerlegen, veröffentlichen wir heute das bisher wenig bekannte Portrait des Herzogs von Reichstadt. In der „Historischen Portraits-Ausstellung“, welche am Ende des vorigen Jahres in Wien stattfand, sah man auch eine interessante Stiftzeichnung Moritz Michael Daffinger’s (geboren zu Wien den 25. Januar 1790, gestorben daselbst den 22. August 1849), eines der hervorragendsten Portraitmaler Wiens, welche den nach dem Leben gezeichneten Herzog von Reichstadt darstellt und die unser heutiger Holzschnitt in verkleinertem Maßstabe wiedergiebt.

Auf den ersten Blick erkennt man in dem anmuthigen Knabenkopfe die charakteristischen Züge Napoleon Bonaparte’s, von welchem der Sohn auch den Geist, den unstillbaren Ehrgeiz, geerbt hat. Die Größe der Originalstiftzeichnung Daffinger’s beträgt 34,2 zu 23,4 Centimeter, und das Bild ist Eigenthum des Herrn J. Schwerdtner, Graveur in Wien.