Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Franziskanermönch in Bautzen
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 120–121
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[120]
735) Der Franziskanermönch in Bautzen.
Mitgetheilt v. H. Oberlehrer Scholz in Bautzen.

Im Jahre 1225, also noch zu Lebzeiten des heiligen Franziskus, wurde die Franziskanerkirche zu Bautzen, mit der [121] ein Kloster in Verbindung stand, eingeweiht. Kirche und Kloster sind seit dem Brande am 2. Juli 1598 nicht wieder aufgebaut worden und von der Kirche stehen noch jetzt die nördlichen Umfassungsmauern, während der innere Raum derselben eine Menge kleiner Wohnungen birgt, welche mit dem Namen „Mönchskirche“ bezeichnet werden. Zur Zeit, als das Kloster noch blühete, war ein Mönch in dasselbe eingetreten, der von seinem Erbtheile einen kostbaren Ring, eine goldene Kette und ein mit Edelsteinen besetztes Kreuz verheimlicht hatte und diese Kleinodien in einem Sarge, der in dem Grabgewölbe der Franziskanerkirche stand und mit einem Schlosse verwahret wurde, wovon der Schlüssel im Kloster hing, sorgfältig verbarg. Von Zeit zu Zeit weidete er sich an seinem Schatze. Einst, als er seinem Schatze einen Besuch gemacht, und darauf den Klostergarten, der das ganze Terrain einnahm, wo jetzt das alte Seminar und das Gasthaus zum Lamm stehen, durchschritten hatte, bemerkte er, wieder im Kloster angelangt, daß ihm der Schlüssel abhanden gekommen war. Sobald er nun seine Klosterbrüder im festen Schlummer wußte, machte er sich, eine Kerze in der Hand, auf, den Schlüssel zu suchen. Er muß aber den Schlüssel nicht gefunden haben, denn noch in neuerer Zeit und zwar zuletzt im Jahre 1845, will man den Mönch mit seiner Kerze zur Nachtzeit bemerkt haben.