Der „Gartenlaube“-Kalender für das Jahr 1890

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Titel: Der „Gartenlaube“-Kalender für das Jahr 1890
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 37, S. 628
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[628] Der „Gartenlaube“-Kalender für das Jahr 1890. Der „Gartenlaube“-Kalender hat sich bei seiner Gründung die Aufgabe gestellt, ein praktisches Nachschlagebuch für das Haus zu sein, aber nicht allein das, sondern zugleich auch eine Quelle anregender Unterhaltung. Wer in den vielfachen Fragen des täglichen Lebens schnelle Auskunft braucht, soll sie im „Gartenlaube“-Kalender rasch zur Hand haben; aber auch wer nach des Tages Mühen beim traulichen Lampenschein an einem Gedichte, einer anziehenden Erzählung, an den Pointen eines harmlosen Humors, der niemand verletzt, sich erfreuen will, soll Befriedigung finden. Diesem Grundsatze ist der „Gartenlaube“-Kalender durch alle bis jetzt erschienenen Jahrgänge treu geblieben und vor allem auch in dem eben herausgekommenen fünften Jahresbande, der womöglich noch reichhaltiger ist als seine Vorgänger und noch ansprechender auch in seinem Aeußern.

Der reiche Illustrationsschmuck fällt wohl zuerst auf, wenn man flüchtig in dem Bande blättert, und unter den Künstlern sind Meister ersten Ranges. Mit den werthvollen Bildern steht aber der textliche Inhalt des Kalenders in vollem Einklange. An das reichhaltige Kalendarium (für Protestanten, Katholiken, Griechisch-Katholische und Juden) schließen sich die „Bestimmungen und Tarife für den Post- und Telegraphenverkehr“ an, die von einem höheren Postbeamten zusammengestellt und nicht bloß durchaus zuverlässig, sondern auch erschöpfend sind. Dann folgen „Statistische Notizen für das Deutsche Reich“ von dem expedirenden Sekretär Thomaschewski im kaiserl. statistischen Amt etc. Aber wir wollen die Rubriken nicht aufzählen, in denen fast alle Fragen beantwortet werden, die ein findiger Kopf nur aufwerfen oder nach deren Beantwortung man im praktischen Leben suchen kann.

Mit bunten Mittheilungen unter dem alle „Gartenlaube“-Leser anheimelnden Titel „Blätter und Blüthen“ und einer vielseitigen humoristischen Blüthenlese wechseln ernste Beiträge von allgemeiner Wichtigkeit. Der Artikel „Ueber häusliche Krankenpflege, mit besonderer Berücksichtigung des kranken Kindes“ von Sanitätsrath Dr. Fürst enthält wichtige Verhaltungsregeln, die jede Mutter kennen sollte; „Die Versicherung einzelner Personen gegen Unfälle“ bildet eine beherzigenswerthe Mahnung, wie leicht der Einzelne von Unfällen betroffen werden, wie er sich aber auch mit geringen Opfern gegen die damit verbundenen pekuniären Nachtheile schützen kann.

Auf die Wahl der Erzählungen des Kalenders ist besondere Sorgfalt verwendet worden. „Nachbars Paul“, eine innig gemüthvolle Novelle von der beliebten „Gartenlaube“-Erzählerin W. Heimburg, „Das Elixir der Dubarry“ von dem bekannten Humoristen Paul von Schönthan und „Die Herrgottskinder“, eine frische, eigenartige, packende Novelle von H. Villinger, meisterhaft illustrirt von Fritz Bergen, dürften jeden ansprechen, der für gemüthvolle deutsche Erzählerart Sinn hat.

Die beste Empfehlung für den „Gartenlaube“-Kalender soll sein Inhalt sein; durch diesen hat er sich in den ersten Jahren seines Bestehens zahlreiche Freunde erworben und durch ihn sucht er auch im fünften Jahrgange zu den alten Freunden neue zu gewinnen. **