Das erste Vierteljahrhundert des „Allgemeinen deutschen Frauenvereins“

Textdaten
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Autor: Brn.
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Titel: Das erste Vierteljahrhundert des „Allgemeinen deutschen Frauenvereins“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 15, S. 259
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[259] Das erste Vierteljahrhundert des „Allgemeinen deutschen Frauenvereins“. „Aus kleinen Anfängen Großes!“ so darf heute wohl der deutsche Frauenverein mit berechtigtem Stolze sagen, wenn er zurückblickt auf seine Gründung im Jahre 1865. Damals war es ein kleines Häuflein tüchtiger und für die Förderung ihres Geschlechtes begeisterter Frauen, welche zum ersten Frauenbildungsverein zusammentraten. Sie verließen die Bahn der bis dahin allein üblichen Wohlthätigkeitsvereine, um ihren Mitschwestern die größte Wohlthat, Bildung zur selbständigen Erwerbsfähigkeit, zu vermitteln. und es ist staunenswerth, zu welchen Ergebnissen diese anfänglich sehr harte Pionierarbeit int Laufe von 25 Jahren gelangt ist.[1] Im Einverständniß mit dem Letteverein in Berlin nahm man allmählich das ganze Gebiet weiblicher Thätigkeit in Angriff: Haushaltsschulen mit Speiseanstalten, Handels- und Fortbildungsschulen, Fachunterricht in den verschiedensten Gewerben gehen heute Hand in Hand mit den höheren Bildungsanstalten, Lehrerinnen- und Arbeiterinnenheimstätten, Kindergärten, Heil- und Pflegeanstalten. Wahrlich ein großes Gebiet segensreicher Kulturarbeit, welches sich hier die deutschen Frauen ohne Staatshilfe, ja vielfach im Kampfe gegen Vorurtheile aller Art errungen haben!

Und heute ist alles selbstverständlich, was vor 25 Jahren gefährliche oder lächerliche Neuerung schien. Alljährliche Frauenversammlungen, in welchen Frauen öffentlich reden, haben heute nichts Auffallendes mehr. Hunderte von aufmerksamen Zuhörern beider Geschlechter folgen den Verhandlungen der Verbandstage, deren letzter im Oktober v. J. in München stattfand und sich zu einem befriedigenden Rückblick auf ein segensreiches Wirken und zum hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft gestaltete. Der Verein verfügt bereits über so bedeutende Mittel, daß er von jetzt an begabte Mädchen mit Stipendien zum Studium bedenken kann. Möchten doch noch viel mehr deutsche Frauen und Mädchen sich ihm anschließen, um in gemeinsamer Arbeit mit den Besten ihres Geschlechtes den Weg zu wandeln, der dem Frauenverein so großartige Erfolge verschaffte: den Weg der ehrlichen, arbeitsamen Selbsthilfe, der in diesem Fall zugleich Tausenden von andern zur Hilfe wird! Brn.     


  1. Eine Geschichte der bisherigen Thätigkeit des Allg. deutschen Frauenvereins ist auch im Druck erschienen: „Das erste Vierteljahrhundert des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, gegründet am 18. Oktober 1865 in Leipzig. Auf Grund der Protokolle mitgetheilt von Luise Otto-Peters.“ Leipzig. Eigenthum des Vereins. Kommissionsverlag von Moritz Schäfer.