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Textdaten
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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Das Schwanschiff am Rhein
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Band 2, S. 305–306
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Nicolai
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
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Eintrag in der GND: [1]
Bild
Deutsche Sagen (Grimm) V2 325.jpg
Bearbeitungsstand
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[305]
535.
Das Schwanschiff am Rhein.
Helinandi chronicon. lib. IV.

Vincent. bellovac. sp. hist.
Gerhard van Schuiren.
Hopp Beschr. von Cleve 1655. p. 148 - 150.
Abel Samml. alter Chroniken. Braunschw. 1732. S. 54.
Görres Lohengrin LXXI - LXXIII.


Im Jahr 711 lebte Dieterichs, des Herzogen zu Cleve, einzige Tochter Beatrix, ihr Vater war gestorben, und sie war Frau über Cleve und viel Lande mehr. Zu einer Zeit saß diese Jungfrau auf der Burg von Nimwegen, es war schön, klar Wetter, sie schaute in den Rhein, und sah da ein wunderlich Ding. Ein weißer Schwan trieb den Fluß abwärts, und am Halse hatte er eine goldne Kette. An der Kette hing ein Schiffchen, das er fortzog, darin ein schöner Mann saß. Er hatte ein goldnes Schwert in der Hand, ein Jagdhorn um sich hängen, und einen köstlichen Ring am Finger. Dieser Jüngling trat aus dem Schifflein ans Land, und hatte viel Worte mit der Jungfrau, und sagte: daß er ihr Land schirmen sollte, und ihre Feinde vertreiben. Dieser Jüngling behagte ihr so wohl, daß sie ihn liebgewann und zum Manne nahm. Aber er sprach zu ihr: „fraget mich nie nach meinem Geschlecht und Herkommen; denn wo ihr danach fraget, werdet ihr mein los und ledig, und mich nimmer sehen.“ Und er sagte ihr, „daß er Helias hieße;“ er war groß von Leibe, gleich einem Riesen. Sie hatten nun mehrere Kinder mit einander. [306] Nach einer Zeit aber, so lag dieser Helias bei Nacht neben seiner Frau im Bette, und die Gräfin fragte unachtsam, und sprach: „Herr, solltet ihr euren Kindern nicht sagen wollen, wo ihr herstammet?“ Über das Wort verließ er die Frau, sprang in das Schwanenschiff hinein, und fuhr fort, wurde auch nicht wieder gesehen. Die Frau grämte sich, und starb aus Reue noch das nämliche Jahr. Den Kindern aber soll er die drei Stücke, Schwert, Horn und Ring zurück gelassen haben. Seine Nachkommen sind noch vorhanden , und im Schloß zu Cleve stehet ein hoher Thurm, auf dessen Gipfel ein Schwan sich drehet; genannt der Schwanthurm, zum Andenken der Begebenheit.