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Das Gespenst bei dem Churfürsten Moritz in Torgau

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Das Gespenst bei dem Churfürsten Moritz in Torgau
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. Anhang, S. 551–552
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[551] Indessen hat eine andere Sage, welche G. Arnold, Beschreibung des Churf. Moritz von Sachsen (verm. d. J. Weber, Gießen u. Frkft. 1719) S. 254 fgg. erzählt und welche als ein Anzeichen des traurigen Ausgangs der frühern Freundschaft zwischen Churfürst Moritz und Markgraf Albrecht seiner Zeit galt, etwas mehr für sich. Sie lautet so:

598) Als Churfürst Moritz zu Torgau einmal Fastnacht hielt und nach seiner Gewohnheit den Markgrafen Albrecht und seinen Bruder dazu eingeladen hatte, geschah es, als dem Markgrafen Albrecht, der seiner Gewohnheit nach sich im Trinken überladen hatte, der Churfürst Moritz mit seinem Bruder zur Seite saß und sie von verschiedenen Dingen sich unterredeten, daß eine Jungfrau kam und sich zwischen Markgraf Albrecht und Churfürst Moritz setzte. Da Herzog August dieses zuerst sah und über die Gestalt des Gespenstes erschrack, erinnerte er den Bruder, er solle mit ihm aus dem Tafelgemach gehen, denn es ahne ihm nichts Gutes, und er finde Bedenken, länger daselbst zu weilen. Hierauf sah auch der Churfürst die Jungfrau und sprach schreckensvoll zu Markgraf Albrecht: „was habt Ihr da für eine Jungfrau?“ Dieser antwortete: „lasset sie bei mir sitzen!“ und fluchte dabei über selbige. Da aber die beiden Fürsten von Markgraf Albrecht Abschied nahmen, verschwand die Jungfrau auch, Markgraf Albrecht bewegte sich hierüber gar nicht, sondern [552] blieb sitzen, ließ etliche von Adel zu sich holen und brachte die Nacht, wie er angefangen hatte, vollends mit Trinken zu.

Diese Begebenheit ist nie erklärt worden, denn jene Jungfrau für eine wirkliche Person zu halten, wie es Hennings, Von Geistern, (Leipzig 1780) S. 651 fgg. gethan, läßt weder der Ort, noch die Gelegenheit noch das Verhältniß zwischen den drei Fürsten vermuthen.