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Titel: Das Genesungsheim für Soldaten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 42, S. 708
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Das Genesungsheim für Soldaten zu Lettenbach in den Reichslanden.
Nach einer Aufnahme von Hofphotograph Eugen Jacobi in Metz.

Ein Genesungsheim für Soldaten. (Mit Abbildung.) Der glückliche Gedanke, weniger bemittelten Leuten, die schwere Krankheiten überstanden haben, die völlige Genesung durch gute Pflege und Aufenthalt in frischer Luft zu ermöglichen, gewinnt erfreulicherweise immer mehr an Ausbreitung. Viele unserer Großstädte haben bereits in ihrer näheren oder weiteren Umgebung Genesungshäuser errichtet, und seit einiger Zeit wurde auch ein Genesungsheim für Soldaten geschaffen. In der Nähe des Luftkurortes Alberschweiler in den Vogesen liegt das Besitztum Lettenbuch, das aus einem geräumigen schloßartigen Wohnhause, mehreren dicht dabei gelegenen Wirtschaftsgebäuden und großen parkähnlichen Gartenanlagen besteht, ringsum aber von großen Waldbeständen umgeben ist. Vor einigen Jahren wurde dieses Besitztum von der Landforstverwaltung behufs Abrundung der Staatsforste angekauft. Die Behörde befand sich aber in einiger Verlegenheit, wie sie das weitläufige Schloß zweckmäßig verwenden sollte. Da faßte der kommandierende General des 16. lothringischen Armeekorps, Graf von Häseler, den Entschluß, dort ein Genesungsheim für Rekonvalescenten jenes Armeekorps zu errichten. Er pachtete das Schloß von der Landesverwaltung und ließ es zu einer Erholungsstätte für solche Soldaten umgestalten, die schwere Krankheiten überstanden, aber die volle Gesundheit und Dienstfähigkeit noch nicht wiedererlangt haben. Das Hauptgebäude mit den Nebengebäuden bietet im Sommer für 80, im Winter für 60 Soldaten reichlich bemessenen Raum. Es enthält mehrere Säle für gemeinschaftlichen Aufenthalt für Spiel und Unterhaltung bei ungünstigem Wetter, sowie eine Badeanstalt, Bibliothek usw. Für ärztliche Behandlung ist ein Assistenzarzt und zur Aufsicht ein Offizier, zumeist auch ein Rekonvalescent, stationiert. Es sind bis jetzt schon über 500 Soldaten in diesem militärischen Luftkurorte mit gutem Erfolg verpflegt worden. – Das Beispiel, das General Graf von Häseler gegeben hat, ist sicher nachahmenswert. Hoffen wir, daß auch andere Armeekorps ihm folgen werden. Die Erfahrung lehrt ja, daß viele Soldaten, die nach überstandener schwerer Krankheit in die Heimat beurlaubt werden, dort nicht immer die zur Erholung und Kräftigung nötige Pflege finden können.