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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Das Fegeweib vom Katzenstein
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 424-425
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[424]
492) Das Fegeweib vom Katzenstein.
Poetisch beh. v. Freih. v. Biedermann (O. Föhrau), Eine Sängerjugend. Dresden 1847. 8. S. 27 sq.

In der letzten Zeit des Mittelalters lebte ein wilder Raubritter auf einer Burg, die auf dem Katzenstein, der am Schwarzwasser unweit Pobershau zwischen Zöblitz und Marienberg gelegen ist, und machte die ganze Umgegend durch seine Unthaten unsicher. Da beschlossen denn die in der nächsten Umgegend ansässigen Ritter, diesem Treiben ein Ende zu machen, sie rückten also vor die Burg, umschlossen sie auf’s Engste und fingen an sie aus Karthaunen und Feldschlangen zu beschießen. Allein alle Kugeln fielen, sowie sie die Mauern trafen, kraftlos und unschädlich nieder, denn auf der Mauer stand die alte Amme des Ritters, welche mit dem Teufel im Bunde war, hatte einen Besen in der Hand und fegte mit demselben die fliegenden Kugeln aus der Luft weg, sie selbst natürlich traf keine derselben, ebenso wenig wie irgend Jemanden im Schlosse. Schon wollten die Belagerer schier verzweifeln, da trat der Burgkaplan eines der Ritter auf und sprach, er wolle die Kugeln segnen, denn er wisse einen Spruch, dem nichts widerstehen könne. Wie gedacht so geschehen, [425] er that es, die erste Kugel, die man abschoß, schmetterte die Hexe zu Boden, die zweite machte ein großes Loch in die Mauer und nicht lange dauerte es, so war die feste Burg so zerschossen, daß die Mannschaft auf Gnade und Ungnade sich ergeben mußte. Der böse Ritter ward hingerichtet und seine Burg der Erde gleich gemacht, noch heute aber soll man um Mitternacht bei Mondenschein die gespenstige Amme die Trümmerhaufen fegen sehen.