Textdaten
<<< >>>
Autor: Otto Beneke
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Englische Ruderboot
Untertitel:
aus: Hamburgische Geschichten und Sagen, S. 271–272
Herausgeber:
Auflage: 2. unveränderte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Perthes-Besser & Mauke
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Hamburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[271]
90. Das Englische Ruderboot.
(1615.)

Die jungen Herren unsrer Ruder-Vereine führen zwar schöne und staunenswerthe Fahrten auf der Alster und Elbe aus; aber solch ein Stück, wie das folgende, haben sie noch nicht unternommen, werden auch wohl thun, es nicht zu versuchen. Die alten Chroniken erzählen davon Dies.

Im Jahre 1615 hat sich die Merkwürdigkeit zugetragen, daß drei Personen in einem kleinen offnen Boot von England herüber nach Hamburg gerudert sind. Wie denn der Engelsmann gern absonderlich ist und auch bei seinen Wetten was Apartes haben mag, so hat solch frevelhaft Wagniß auch einer Wette gegolten, so die drei Personen um einige 1000 Thaler eingegangen sind. Es war eine offne Jolle, etwa 30 Fuß lang, 2 Ellen breit und 5/4 Ellen tief, ohne Mast, Segel und Steuer, und jeder der drei Engländer hatte nur ein Ruder. Und der liebe Gott hat dasmal solchem eiteln Frevelmuth langmüthig zugesehen, und sie vor Sturm und Unwetter, Piraten und Seethieren glücklich bewahret, also daß sie, noch bevor ihr Proviant völlig verzehrt war, mit heiler und trockner Haut beim Baumhause ans Land gestiegen sind. Aber die Heimfahrt haben sie auf selbigem Boote nicht wieder machen mögen, denn nachdem sie sich etliche Wochen allhier sattsam ausgeruhet und gepfleget, auch alle Herrlichkeiten der Stadt in Augenschein genommen, und sich selbst haben anstaunen [272] lassen, sind sie auf einem großen Englandsfahrer nach Hause gereiset, und haben zuvor ihr Boot mit den drei Rudern dem Collegio löblicher Admiralität dieser Stadt geschenket, in dessen Arsenal es zum ewigen Andenken aufbewahret werden sollte. Und diese Inschrift ist daran gemachet worden:

„Ick will uthgan, und will min Lief und Bloot to wage setten, umb Gold und Good und guden Namen dardorch to erjagen.“

Um 1750 befand sich dies Boot im Kornhause, der jetzigen Infanterie-Kaserne; wohin es aber später gekommen, das ist nicht zu erkunden gewesen.

Anmerkungen

[385] Steltzner II. 530. Hesselii Elbestrom S. 82, woselbst eine Abbildung des Bootes und der drei Engländer. – Uffenbach, merkwürdige Reisen II. 114.