Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Cigarrenlied
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 147–149
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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[147]
Cigarrenlied.


Cigarre, dir gebührt Gesang!
Mit Schellen- und mit Cimbelklang
Sollst du gefeiert sein.
Du bist der Männer Schmuck und Zier;

5
Den Mann von Welt kennt man an dir,

An dir, Cigarr’, allein.

Du hebst und adelst den Taback,
Du gabest Anstand und Geschmack
Der edlen Schmaucherei.

10
Erhabener Ideen Schwung,

Der schönen Welt Verfeinerung
Geselltest du ihr bei.

Die Pfeife zog den Kopf hinab;
Doch die Cigarr’ ihm Haltung gab,

15
Wie sie geziemt dem Herrn.

Noch mehr, sie macht, daß er im Glanz,
Umstrahlt von einem Funkenkranz,
Einherschwebt wie ein Stern.

[148]
Ihm, dem leibhaften Gott Vulkan,
20
Wagt man in Ehrfurcht nur zu nahn,

Da er ja Feuer speit,
Da dem Vesuv er auch im Rauch,
In seinem wolkenschweren Hauch,
Gleicht an Erhabenheit.

25
Die Nase rümpfend himmelan,

Scheint der Cigarr-bedampfte Mann
So weis’ und klug zu sein.
Und wäre das auch Schein und Trug,
Der Nimbus ist der Welt genug;

30
Sie liebt, sie will den Schein.


Drum, wünschest du des Nimbus Gunst,
So treibe die Glimmstengelkunst,
Und gieb aufs Qualmen Acht,
Zu lernen, wie, selbst hohl und leer,

35
Doch Funken sprühend, wolkenschwer,

Hans Dampf was aus sich macht.

Hieß es nicht einst: Nimms’ Dintenfaß,
Geh’ in die Schul’ und lerne was,
So kannst du was, mein Sohn.

40
Doch heute, wenn der kleine Mann

Nur die Cigarr’ ertragen kann,
Genug dann kann er schon.

[149]
Er bläst, ein feuerfester Held,

Verächtlich vor sich her die Welt,

45
Die ihm zu schaffen macht.

Was er nicht will, das sieht er nicht;
Ihm g’nügt sein eignes Funkenlicht
In seines Dampfes Nacht.

So sei Jedweder hochbeglückt!

50
Von seinem eignen Dunst entzückt,

Weihrauchr’ er selber sich;
Und, seines Nimbus sich bewußt,
Bewunder’ er nach Herzenslust
Sein feuerspeiend Ich.