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Calculators auf dem Frühlingsspaziergang

Textdaten
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Autor: F. H.
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Titel: Calculators auf dem Frühlingsspaziergang
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 16, S. 276
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Die Gartenlaube (1879) b 265.jpg

Calculators auf dem Frühlingsspaziergange.
Originalzeichnung von August Plinke in Weimar.

[276] Calculators auf dem Frühlingsspaziergange. (Mit Abbildung Seite 265.) Seitdem der Maler Karl Reinhardt in Dresden die Subaltern-Beamten-Figur des Herrn „Calculator“ als eine berechtigte Eigenthümlichkeit der königlichen Residenzstadt an der Elbe erfunden hat, läßt dieselbe nachstrebenden Kunsttalenten auf dem Tummelplatz des – Gottlob! – noch allezeit gern gefeierten Scherzgottes Komos keine Ruhe: sie vermehren das gemüthliche Geschlecht fort und fort, und so laufen immer unterschiedliche neue „Calculators“ in der illustrirten Welt herum, welche, wie das Mädchen aus der Fremde, in jedem jungen Jahre die Frühlingsauen unsicher machen. Der Herr Calculator ist ein naher Verwandter des Berliner Eckenstehers Nante, des Frankfurter „Bürgercapitains“, der Münchener Herren Eisele und Beisele und wie die Locallieblinge vieler anderer Orte alle heißen, die als Originaltypen örtlicher Absonderlichkeiten auch außerhalb ihres heimathlichen Kreises mit Vergnügen begrüßt und als willkommene Boten allgemeiner Erheiterung aufgenommen wurden. Allerdings haftet die Bescheidenheit, welche als besonderes Kennzeichen des „höflichen Sachsen“ gilt und seiner Personalbeschreibung mit vollem Rechte angefügt wird, auch dem Herrn Calculator an; er hat sich nicht so in die große Oeffentlichkeit gedrängt, wie die oben genannten seiner weltberühmt gewordenen Vettern, desto fester aber steht er aus dem heimathlichen Boden, wo sein bereits aus dem irdischen Jammerthal geschiedener Erzeuger ihm sogar eine bleibende journalistische Stätte in einem Fünfpfennigblättchen seines Namens gestiftet hat, das offenbar, wie so viele andere seines Gleichen, ebenfalls „einem längst gefühlten Bedürfniß“ abhilft. Daß der Herr Calculator, dem mit Naturnothwendigkeit zu seiner geringen Einnahme eine starke Familie beigelegt wird, für letztere die Vergnüglichkeiten da aufsucht, wo sie am wenigsten kosten, macht ihn besonders schätzenswerth, und eben deshalb ist seine und der Seinen Lustwandelung in die schöne Gegend, namentlich zur Zeit der „Boombluth“ (Baumblüthe), ein Gegenstand wiederholter Darstellung geworden. Für die Art und Weise, wie unser Zeichner „Calculators“ aus einem solchen Frühlingspaziergang belauscht und abconterfeit hat, lassen wir das Bildchen selber sprechen.

F. H.