Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Karl Schäfer
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Blühende Dornen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 27, S. 443
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[443]
Blühende Dornen.

Am Wege steht ein Strauch,
Dem Dornen nur beschieden,
Weßhalb er in der Welt
Verlassen und gemieden.

Des Vogels Fittig eilt,
An ihm vorbei zu schweifen,
Damit die Aeste nicht
Den Glanz der Federn streifen.

Es rauscht an ihm dahin
So kalt des Baches Welle;
Zum Ort der Ruhe wählt
Kein Wand’rer diese Stelle.

So steht er lange Zelt,
Von Trauer übergossen;
Da ist ihm über Nacht
Ein Blüthenmeer entsprossen.

Noch mahnt des Winters Spur
An Welken und Verblühen,
Indeß schon hell an ihm
Des Lenzes Herzen glühen.

Was giebt’s, das seiner Pracht,
Dem Schmelz der Blüthen gleiche?
Ein König, steht er da
Im großen Schöpfungsreiche.

Es strömt sein Wohlgeruch
Empor gleich Opferdüften;
Der Lerche Morgenpsalm
Erklingt ihm aus den Lüften.

So ist der Dornenstrauch
Zuerst bestimmt auf Erden,
Im weiten Frühlingsdom
Altar des Herrn zu werden.

Karl Schäfer.